Prana im Juli

 

 

Ballspielen und der Unmut der Eltern

von Hilde Link

Ballspielen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben eine neue Englischlehrerin. Sie heißt Maniammei und ist eine Lehrerin, die wir uns alle als Kinder gewünscht haben: Immer nett, immer geduldig, immer lieb und freundlich. Kaum war sie da,  gab es auch schon Unmut von Seiten der Eltern. Diese hatten sich beschwert, dass ihre Kinder “nur noch Ballspielen” würden, anstatt zu lernen.

Was war geschehen? Maniammei hatte einen Ball mit in die Schule gebracht. Dasjenige Kind, das den Ball hatte, sollte diesen einem anderen Kind zuwerfen und ein Wort rufen, das das fangende Kind ganz schnell ins Englische übersetzen musste. Kind A ruft also in seiner eigenen Sprache beispielsweise “punei” (=Katze) und das Kind B, das den Ball fängt, ruft “cat”.

Das war das Ballspielen, über das sich die Eltern beschwerten. Den Kindern hatte der Unterricht so viel Spaß gemacht, dass sie zu Hause nur vom Ballspiel erzählten, nicht aber davon, dass sie ganz nebenbei Vokabeln gelernt hatten….

 

Neues aus dem Kinder Paradise

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Accra 2015

Zurück nach Ghana und zurück in das Kinder Paradise ging es nicht nur für mich – Janina Marszalkowski, 26 Jahre, Erzieherin und Heilpädagogin aus Deutschland, sondern auch für die Gründerin und Leiterin Silke Rösner. Mitte Mai ist sie von ihrer vierwöchigen Reise nach Deutschland zurück gekommen. Wieder vor Ort ist sie von den Mädchen und Jungen, mit einem bunten Programm, willkommen geheißen worden.

Über die Ferien hinweg haben sich die Kinder und Jugendlichen regelmäßig in ihren jeweiligen Clubs getroffen, Ideen ausgetauscht, ihre Talente entdeckt und eingesetzt. Es wurden Theaterstücke, Tänze und Lieder eingeübt, um hiermit die Rückkehr zu etwas ganz Besonderem zu machen.

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Kinder Paradise Chor

 

Chor2

Kinder Paradise Chor 2

Die Bastelgruppe hat mit seinem Willkommens-Banner für etwas Dekoration gesorgt und die Kleineren haben ihre Kreativität in einem kleinen Buch präsentiert

Banner

Kinder Paradise 2015

 

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Bilder der jüngeren Kinder

Neben dem bunten Bühnenprogramm in der Mehrzweckhalle wurde auch draußen auf dem Gelände für Unterhaltung und Lebendigkeit gesorgt. Das Basketballteam hat ihr Können zum Besten gegeben und auch die Fußballmannschaft hat das ein oder andere Tor präsentiert.

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Kinder Paradise – Tanzgruppe

Das Programm hat sich durch den Vormittag und Nachmittag gezogen, sodass es immer mal wieder etwas zu sehen und zu erleben gab. Fast alle Mädchen und Jungen haben sich auf ihre eigene Art und Weise mit eingebracht und am Ende kann wirklich Jeder stolz auf sich gewesen sein. Es war ein wunderschöner Tag mit viel Gemeinschaft, Freude, Lachen und einer besonderen Art von Unterhalten. Denn zu sehen, wie die Kleinen und Großen ihre Interessen, Fähigkeiten und Talente einsetzen lässt einem das Herz aufgehen und erfüllt einen mit purer Freude und Zufriedenheit.

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Tanzgruppe – Kinder Paradise

 

Was ist sonst noch seit meiner Rückkehr passiert? Neben den normalen Aufgaben im Alltag und den ein oder anderen kleinen Überraschungen des Lebens, hat am Sonntag, den 21. Juni ein Fußballturnier stattgefunden. Die Jungs vom Kinder Paradise haben gegen die Mannschaft der Soccer Acadamy aus dem Ort gespielt und diese erstaunlicherweise mit 6:2 geschlagen. Das hätte ich am Anfang nicht für möglich gehalten, denn als wir der Soccer Acadamy zugesehen haben, haben diese Kids aus dem Ort mit 12:0 besiegt. Das nenne ich dann nun einmal Können, oder aber unsere Jungs hatten nur verdammt viel Glück.

Das Highlight für die jüngeren Kinder war in den letzten Wochen aus Ausflug zum „ Family Day Out“. Dieser wurde von einem Radiosender gehalten und sie haben den Kids verschiedenen Aktionen, wie Hüpfburgen, Fußballturniere, Kinderschminken und Schwimmen geboten. Ein Tag außerhalb des Geländes ist eine große Besonderheit und hat den Mädchen und Jungen viel Freude bereitet. Für diejenigen, die in das Schwimmbecken durften war der Tag nochmals mehr ein voller Erfolg. Die Kleinen haben sich gut ausgepowert und die Stunden genossen, auch wenn die Hüpfburgen ganz schön heiß geworden sind, wurden sie immer wieder genutzt, um die Zeit zu genießen.

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Family Day Out – Kinder Paradise

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Family Day Out 2 – Kinder Paradise

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Family Day Out 3 – Kinder Paradise

 

Auch konnten die Kleinen einen Ausflug zum nahe gelegenen Strand genießen und hier nach Herzenslust im Sand spielen. Es wurden Burgen gebaut, Krebse gefangen, die Füße in das Wasser gehalten und Fußball gespielt. Bei all der Freude und all dem Spaß haben wir glatt die Zeit vergessen. Ganz knapp sind wir dem heftigen Regenschauer entkommen und konnten uns noch ins Trockene retten.

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Ausflug zum Strand

 

Die Tage hier im Kinder Paradise bieten einem eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie man die Zeit mit den Mädchen und Jungen gestalten möchte. Man kann sich hier austoben, Bekanntes einsetzen oder einfach Neues ausprobieren und in das kalte Wasser springen. Momentan kann ich es gar nicht glauben, dass die ersten acht Wochen von meinem Aufenthalt schon vorbei sind. Es bleiben also noch weitere zehn Monate. Mal schauen, was diese so bringen werden.

Prana im Juni

 

Beten hilft

von Hilde Link

Prem

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Indien ist ein spirituelles Land. Da macht ein Kind nicht einfach eine Prüfung und die anderen sagen, sie würden die Daumen halten.

Aber schön der Reihe nach:

Wir haben einen Jungen im Prana-Projekt, der, sagen wir es mal so, nicht ganz unproblematisch ist. Prem ist 15, Sie verstehen, was ich meine. Sein testosterondurchflutetes Hirn lässt nicht zu, dass man Prüfungen ernst nimmt. Auch dann nicht, wenn es sich um die Mittlere Reife handelt, die bereits einmal versemmelt worden ist.  Seine stresserprobte und wirklich liebevolle Betreuerin (sie ist Direktorin unserer Schule und für zwanzig weitere Schulen im Distrikt verantwortlich) tat alles, wirklich alles, um den Knaben  zum Lernen zu bewegen: Versprechungen aller Art, Drohungen, Zuwendungen, intensiver Nachhilfeunterricht: was man eben so macht in solch einem Fall. Prems Interesse für die bevorstehende Prüfung hielt sich dennoch in Grenzen.

Dann kam der Tag der Prüfung. Immerhin, der Junge ging hin. Schon mal was. Was tat die Betreuerin? Sie hat 18 ihrer Kolleginnen dazu gebracht, sich in der Zeit, in der Pem in der Prüfung saß,  zu versammeln und zu beten, damit der die Prüfung schafft.

Prem hat bestanden.

Prana im Mai

 

Fernsehen 2

von Hilde Link

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Am 6.Mai lief der sehr sehenswerte Beitrag über Prana und die Arbeit an unserem Theaterstück, das sich mit dem Thema “sexueller Mißbrauch” auseinandersetzt, im Fernsehen.
Hier der Link zur Mediathek des Bayrischen Rundfunks – die Sendung ist dort bis zum 13.5.  abrufbar:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/stationen/stationen112.html                                                Der Bericht über Prana beginnt bei Minute 20:45

In der Zwischenzeit kam unser Theaterstück noch einige Male zur Aufführung. Erfolge lassen sich nicht immer in Zahlen messen. Wohl aber daran, ob Menschen bewegt werden oder nicht. Nach dem Theaterstück hatte so mancher Zuschauer eine Gänsehaut vor Ergriffenheit oder Tränen in den Augen. So wie ich selbst auch. Aber darauf kommt es ja gar nicht an, ob jemand weinen muss oder nicht. Wichtiger ist, dass das Stück bei denjenigen  Zuschauerinnen ankommt, die es betrifft. Unsere Lehrerinnen und Lehrer haben berichtet, dass durch das Theaterstück die „Teen-age-girls“, an die das Stück gerichtet ist, jetzt untereinander zu einer ganz neuen Offenheit bezüglich des Themas sexueller Missbrauch gefunden haben, und dass eine unserer Lehrerinnen zur Vertrauensperson geworden ist.

Erste Früchte kann man zwar noch nicht ernten, aber die Saat ist dabei, aufzugehen.

Neues aus Mali

Mali4Hier mal wieder ein Update über die Aktivitäten von Schule-Mali e.V.

Unsere diesjährige „Projektreise“ ist abgeschlossen. Tapily war mehrere Tage hier bei uns, um alles zu besprechen was nötig ist. Er war im Dezember in Dioundioulou hat mit allen Verantwortlichen gesprochen, die örtliche Schulbehörde besucht und auch einige Bilder mitgebracht.

Feedback aus all den Diskussionen: Der Schulbetrieb läuft prima, der neue Direktor ist engagiert und sehr freundlich. Mit Amadou Yanogué konnte außerdem ein weiterer neuer Kollege gewonnen werden, der nicht nur aus einem der Dörfer stammt sondern mit dem wir endlich jemanden gefunden haben, der sich um Kleinigkeiten wie zu reparierende Schulbänke etc. kümmert. Herr Yanogué hat außerdem damit begonnen, Blumen anzupflanzen, einen Schulgarten anzulegen und die Bewässerung der jungen Bäume zu überwachen. Um ihn dabei weiter zu unterstützen, bekommt er als Anreiz jährlich einen Sack Reis von 100 kg für seine relativ große Familie. Diese Großfamilie stellt uns allerdings vor weitere Herausforderungen, denn sie benötigt relativ viel Wohnraum Um dennoch für alle Platz zu schaffen, haben wir deshalb beschlossen, eines der alten Lehmgebäude, das früher als Lehrerwohnung gedient hat, zu renovieren. Die Bevölkerung wird die Wände ausbessern und wir werden aus Vereinsmitteln für ein neues Dach aufkommen. Leider haben wir aber auch einen Lehrer verloren. Einer der jungen Kollegen wurde von der Dorfbevölkerung nicht mehr akzeptiert und musste gehen. Auch hier gibt es ganz menschliche Probleme- der junge Mann hat sich leider nicht nur für die unverheirateten Damen des Dorfes interessiert….das ist sehr schade, denn er war ein sehr engagierter Lehrer. Wir warten nun auf einen Ersatz seitens der Schulbehörde. In der Zwischenzeit übernimmt der für die neue Vorschule in Dioundioulou vorgesehene Lehrer seine Klasse und die Vorschule muss warten, bis Ersatz gefunden ist.

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Wir haben auch die Gehälter der Lehrer angepasst so dass nun alle ca. 60 EUR pro Monat bekommen und das über 12 Monate, d.h. auch während der Ferien. Die Mittel für die Kantine mussten wir ebenfalls aufstocken, da nun mehr Kinder zu versorgen sind.  Nur ein paar Zahlen: wir benötigen zur Zeit etwa 1 Tonne Getreide im Monat!- 800 kg Hirse und 200 kg Reis!!

Das nächste Projekt, das in Angriff genommen werden soll, ist die Umzäunung des gesamten Schulgeländes. Windschutz, damit Schutz vor Erosion, bessere Kontrolle der Kinder und die Tatsache, dass Toiletten und Brunnen nicht mehr frei zugänglich sind sind nur einige Vorteile der „großen Mauer”, vom Thema Hygiene ganz abgesehen. Ziegen, Rinder, Schafe und Hühner, die sich überall frei tummeln, die Pflanzen anfressen und sonstige Dinge hinterlassen sind schon ein Problem für sich.

A propos Hygiene: Mit unserem Brunnen waren wir da schon auf dem richtigen Weg. Nun werden wir auch unterstützt durch das Projekt „Wash“ in dem mehrere Nichtregierungsorganisationen für Waschplätze und Brunnen sorgen. Auch in Dioundioulou wurdendiese Einrichtungen unterstützt.

Es gibt also viel Positives zu berichten und wir sind guter Dinge!

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Prana im April

 

FERNSEHEN!!!!

von Hilde Link
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Am 22.April 2015, 19.00; Bayerisches Fernsehen, Stationen Magazin

Auch wer grundsätzlich nie fernsieht, der sollte am 22. April eine Ausnahme machen und das Stationen-Magazin im BR anschauen. Da gibt es eine Sendung über das Prana Projekt. Thema: Menschenrechte.

Schon letztes Jahr hatten wir angefangen, ein Präventions-Programm gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen zu initiieren. Damals hatten unsere Lehrerinnen Theaterstücke einstudiert, die Mädchen vor Übergriffen warnen sollten. Wegen des immensen Anklangs haben wir nun in Zusammenarbeit mit der Pondicherry University, Institut für Theaterwissenschaften, dieses Programm erweitert. Wir konnten einen Professor gewinnen, der professionell mit den Kindern ein Theaterstück einstudiert hat. Eines, das unter die Haut geht.

In Indien gibt es für betroffene Frauen und Mädchen praktisch keine Hilfe. Das Einzige, das wirklich nützt, ist Vorbeugung. Die Gesetze sind seit dem Vorfall vor zwei Jahren im Bus in Delhi streng geworden: Ein Fall muss innerhalb eines Jahres gerichtlich verhandelt sein und nicht am St. Nimmerleinstag, wie früher. Auch werden die Täter wirklich hart bestraft, bis hin zur Todesstrafe. Die Konsequenz: Jetzt werden die Frauen nach der Tat umgebracht, damit sie nicht aussagen können. Früher gab man der Polizei ein paar Rupees und der Fall war erledigt.

Das Bayerische Fernsehen berichtet aus dem Prana-Projekt.

Prana im März

 

 

ENDSTATION  SELBSTMORD 

von Hilde Link

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Vor ein paar Wochen kam eine Mutter mit ihren zwei Töchtern zu unserer Schuldirektorin und bat darum, dass wir ihre zwei Kinder aufnehmen. Das machen wir mitten unter dem Schuljahr nicht. Ausserdem  werden die Kinder von unserer Schuldirektorin ausgewählt, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden. Diese Mutter jedoch fing an, um die Aufnahme ihrer Kinder auf eine Weise zu  flehen, dass wir darin eine grosse Not erkannten. Wir stimmten zu. Die Mutter weinte vor Erleichterung. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass sie, als sie die Kinder abgegeben hatte, sich in ihrer Hütte erhängt hat. Was genau vorgefallen ist, warum die Frau sich zu dieser Verzweiflungstat hat hinreissen lassen, haben wir nicht erfahren. Die Kinder sind jetzt Vollwaisen. Der Vater ist schon vor Jahren gestorben. Verwandte kümmern sich jetzt. Und Prana. Wir sorgen mit Hilfe von Pateneltern dafür, dass die Mädchen eine gute Ausbildung bekommen, Essen , Kleidung, und dass sie in unserer Schule so etwas wie Geborgenheit erfahren.

Wer denkt, der Selbstmord dieser Frau ist eine einzigartige Tragödie, der irrt. Allein in dem Slum vor unserer Schule haben sich in den letzten Jahren mehr als 20 Frauen das Leben genommen.  Zeitungen berichten schon gar nicht mehr, nur wenn der Selbstmord oder auch der Mord an einer Frau besonders  grausam war. Es gibt praktisch keine Hilfe für Frauen oder Kinder in Not.

Wir haben uns entschlossen, diesem Problem entgegen zu treten. Ein kleiner Anfang ist schon gemacht.

Prana im Februar

 

Sangeetha mit Mütze

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Es war ein weiter Weg für Sangeetha, bis dieses Foto im Schnee entstehen konnte – und ich bin unglaublich stolz darauf, dass sie so weit gekommen ist.

Kennengelernt habe ich sie 2003, da war sie ein Heimkind, dessen Mutter als Wander-Bauarbeiterin Steine schleppend durch´s Land zog.

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Ich begleitete und unterstützte Sangeetha seitdem, besuchte sie sehr regelmäßig, half ihr, ein neues Kinderheim zu finden, als das alte schließen musste, und mit Spendengeldern konnten wir auch ihrer schwer verletzten Schwester Akila nach einem Unfall helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Als sie Abitur gemacht hatte, bauten wir mit Geldern der HelpAlliance innerhalb des Prana-Projekts ein Appartement, in das sie mit ihrer Schwester und Mutter gemeinsam einzog – zum ersten Mal seit ihrer frühesten Kindheit lebten die drei nun unter einem Dach.

Akila hatte kein großes Interesse an einer weiteren Ausbildung, heiratete 2 Jahre später und gründete eine eigene Familie. Sangeetha studierte derweil Buiseness and Administration in Pondicherry, wo sie 2013 mit einem Bachelor abschloß.

Wir konnten ihr auch bei der Erfüllung ihres folgenden Wunsches helfen: sie absolviert nun ein Aufbaustudium in Chennai, wo sie mittlerweile gemeinsam mit ihrer Mutter lebt, und wird im Frühjahr ihren Master of Buiseness and Administration machen.

Diese Zeit in Chennai hat ihrem Selbstbewusstsein einen Riesenschub gegeben; während es für sie früher noch der größte Traum war, als Bankangestellte einen Job zu finden, heißt ihr Ziel heute „Personalchefin“. Mit großer Zielstrebigkeit arbeitet sie darauf hin, geht als „Training“ regelmässig zu den Vorstellungsgesprächen grösserer Firmen, und traut sich vor allem eine solche Aufgabe zu.

Ende letzten Jahres durfte sie eine Studienfahrt ins nördliche Indien machen: zum ersten Mal in ihrem Leben reiste sie richtig weit weg, bis zum Taj Mahal, und sahen zum ersten Mal Schnee in den Bergen – dort entstand das Mützenbild.

Und deshalb hat es für mich solche Bedeutung – wie auch dieses Bild, das Sangeetha mir mitschickte – ich bin gespannt, wohin die Reise sie noch führt.

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Prana im Januar

 

Der 10. Tsunami-Gedenktag

von Hilde Link

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Ein indischer Minister sagte am 26. Dezember 2014 im deutschen Fernsehen, dass viele Projekte zehn Jahre nach dem Tsunami immer noch aktiv betrieben werden. Er erwähnte speziell Schul- und Medizinprojekte, die kontinuierlich weiter geführt worden sind. Prana ist eines dieser Projekte. Zehn Jahre haben wir uns durchgekämpft durch den bürokratischen deutschen und indischen Dschungel, seit zehn Jahren gehen Kinder in unsere Schule, seit zehn Jahren behandeln wir Kinder mit Behinderungen, seit zehn Jahren haben Frauen die Gelegenheit, sich mit Nähen zu verselbständigen. Später kam dann noch das „Glückskinder-Projekt“ dazu.

Ganz am Anfang sagte Mrs. Vasantha, unsere Projektleiterin von damals, sie würde uns die ersten drei Monate helfen. Daraus sind zehn Jahre geworden. Auch unsere Schuldirektorin, Mrs. Savariyammal, hatte sich bereit erklärt, die ersten Wochen den Schulbetrieb anzuschieben. Auch sie ist noch da. Ebenso die Putzfrauen der ersten Stunde, die Köchinnen, so gut wie alle.

Das ist für mich die schönste Freude, dass diejenigen, die damals sich spontan bereit erklärt hatten zu helfen und das Prana-Projekt aufzubauen, dass diejenigen für sich eine nachhaltige Verantwortung übernommen haben, bis zum heutigen Tage. Vielleicht hilft es ihnen, uns allen, den Schatten des 26. Dezember 2004 mit Taten zu vertreiben, die das Leben fördern. Damals haben wir einen Baum mit duftenden Blüten gepflanzt. Er ist inzwischen ganz groß geworden.

The Home Learning Boxes – eines unserer Vietnamprojekte aus 2013

Hien hat diesen Projektbericht erstellt, den ich mit viel Freude für euch übersetzt habe!

Plants for cooking

 

Cooking

Am 16. November wurde unser Projekt “The Home Learning Boxes” mit einem vom Thien Chi Center organisierten Workshop und Familienfest abgeschlossen.Das Projekt richtet sich an Familien im Duc Linh Distrikt, in der Provinz Binh Thuan,  deren Kinder Lernschwächen haben. Mr. Thao und Mr. Tien vom Bildungsministerium, Mrs Hang und ihre Mitarbeiter der Thien Chi Schule und unsere für WWO verantwortliche Sozialarbeiterin Hien nahmen gemeinsam mit 40 Familien die durch dieses Projekt gefördert wurden teil.

 

Das Thema des Fests war “Kommunikation und Alltagsfähigkeiten”. Dies Eggs are readyentsprach auch dem Projektziel, nämlich Eltern die Werkzeuge an die Hand zu geben ihren Kindern Kommunikationsmöglichkeiten und Alltagsfähigkeiten weiterzugeben, die ihnen die Teilnahme am sozialen Leben in ihrer Gemeinde ermöglichen. Vermittelt wurden dieses Wissen und die Fähigkeiten vor allem spielerisch und das Workshop bot die Möglichkeit das erlernte zu präsentieren. Die Eltern leiteten ihre Kinder mit viel Begeisterung an Alltagsarbeiten, wie das falten ihrer Wäsche, Kochen, Nachrichten zu übermitteln und vieles mehr zu üben. Die Eltern konnten mittlerweile sehr gut die jeweils beste Methode auswählen, um entsprechend der Bedürnisse ihrer Kinder Lernerfolge zu erziehlen. Auch die Kinder erkennen wie wichtig es ist diese Fähigkeiten zu erwerben: “Ich muss kochen können, denn dann muss ich nicht hungern, wenn die Eltern nicht zu hause sind und wenn sie spät von der Arbeit kommen, habe ich schon für alle gekocht” erzählte uns eines der Kinder.

WWO (Working with Hien with the team and childrenOthers) ist sehr stolz dieses wegweisende Projekt zu unterstützen. Das Thien Chi Team leistet für verbesserte Lebensbedingungen von behinderten Kindern eine ausgezeichnete Arbeit und es ist unsere Hoffnung und unser Wunsch, dass dieses Engagement noch wesentlich mehr betroffenen Kindern in Duc Linh zu Gute kommt und es so gelingt eine großen Teil der Kinder die Schule zu besuchen und am normalen Leben in ihrer Gemeinschaft teilnehmen zu können.

 

 

 

Lanh is studying   Final Workshop Members Final Workshop Members 2 Eggs are ready Duc Linh staff assessing children Dish is ready Dien is training Life skill

 

Folding Clothes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie immer darf der Dank für euer Unterstützung nicht fehlen!!!

 

Hien und Dominik für das WWO Team

Prana im Dezember

 

 

 

“Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sie ist schon im Entstehen.

An einem ruhigen Tag kann ich sie schon atmen hören.“

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Dieses Zitat stammt von der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy.

In einem Interview (Stern Heft Nr. 40 vom 25. September 2014) sagt sie: „Indien ist ein schändliches Land.“ Bis zum heutigen Tage legt das Kastensystem fest, „wer eine Ausbildung bekommen oder Land besitzen darf – und wer das Land anderer bearbeiten und sich zum Lohn mit den Abfällen der Besitzer zufrieden geben muss. […] Indien ist ein Land voller Anmut und Schönheit. Doch das darf nicht drüber hinweg täuschen: Wir leben in einer gewalttätigen Gesellschaft. Und die Brutalität nimmt in dem Maße zu, in dem mehr und mehr Menschen an den Rand gedrängt werden. Und die, denen es gut geht, verschließen einfach die Augen vor dem Horror, in dem ihre Mitbürger leben müssen.“

Das Prana-Projekt verschließt vor diesem Horror die Augen nicht. Gemeinsam mit Ihnen setzen wir uns für die Verwirklichung von Menschenrechten in Indien  ein.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Prana-Projekts wünschen Ihnen eine Adventszeit mit ruhigen Tagen, in denen Sie eine andere, bessere Welt schon atmen hören.

Frohe Weihnachten!

Hilde Link für das Prana-Team

 

 

Prana im November

 

 

ELTERNABEND AUF INDISCH

von Hilde Link

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Es soll Mütter geben, die gehen gern zum Elternabend ihrer Kinder. Ich persönlich hasse Elternabende. Weil ich immer Angst hatte, dass ich in den Kuchenback- oder in den Puppenbastel-Kreis eintreten soll oder zu Beginn den Eltern-Eurytmiereigen tanzen muss (meine Kinder waren auf der Waldorfschule). Jetzt bin ich gottfroh, dass alle meine vier Töchter erwachsen sind und ich nie wieder zum Elternabend muss. Dachte ich.

Kaum bin ich in Indien,  wird der Elternabend unserer Prana-Schule einberufen. Hier brauche ich kein Interesse heucheln. Hier kämpfe ich zusammen mit den Lehrerinnen und den Lehrern dafür, dass Mädchen Rechte haben, dass sie keine Ware sind, die man an einen wildfremden Mann gegen die Zahlung von Geld abgeben kann, dass sie nicht missbraucht werden dürfen, auch nicht vom eigenen Onkel. Denn das ruft keinerlei Unrechtbewusstsein hervor.  Männliche Verwandte dürfen alles. Oft spielt sich beim Elternabend ein Kampf gegen Windmühlen ab, wenn uns die Väter klar machen, dass die indische Gesellschaft nun mal so funktioniert, und dass wir nicht daran zu rütteln hätten. Oder wir werden angegriffen: In die Privatangelegenheiten von Familien hätten wir uns nicht einzumischen. Es sind die Frauen, die aufmerksam zuhören, und die uns immer wieder berichten, dass sie den Kampf um die Selbstbestimmung ihrer Töchter aufgenommen haben, dass sie achtsam geworden sind und ihre Töchter dazu ermutigen, offen zu sprechen.  Das sind große Erfolge.

von sehr arm zu arm

Projekt Stiftung Sabab Lou Ghana
– ein aktueller Reisebericht –
Dieses Jahr wird die Ernte sehr gut ausfallen, die Frauen der Anoshe Women Group sind frohgemut.
Dank des zweiten Traktors – im Frühjahr 2014 wiederum von der help alliance gespendet – konnten dieses Jahr 450 Frauen von diesem unternehmerischen Projekt im äußersten Nordosten von Ghana profitieren. Sie rechnen mit einem Ertrag von 300 – 400 Kilo Sojabohnen. Für fünf Monate harte Feldarbeit.
Die Anoshe Women Group, AWG, erhält je einen Sack mit 100 Kilo Soja, woraus sie die organisatorische und vermarktende Arbeit bestreitet, und ebenso Rücklagen für Reparatur und Wiederbeschaffung der Traktoren bildet. Nachhaltig eben.
Geplant ist jetzt der Aufbau einer Grain Bank: die Frauen verkaufen die Säcke an die AWG zum aktuellen Marktpreis. Diese lagert die Säcke, um diese zu einem günstigeren Zeitpunkt zu verkaufen. Der Handelsprofit wird nach Abzug von Lager- und Transportkosten geteilt, auf die Frauen und die Organisation. Die Frauen müssen nun nicht mehr zu Dumpingpreisen verkaufen um ihre Schulden zu bezahlen. Leider haben sie sich wegen der Dürre im vergangenen Jahr fast alle verschulden müssen. Dank der Gruppe sind sie nun nicht mehr auf profitgierige Hehler angewiesen.
Mit diesem Projekt helfen wir Frauen im von der Regierung völlig vernachlässigten Chereponi Distrikt Einkommen zu generieren. Einkommen, welches sie nie zuvor hatten. Mit einem Verdienst von mindestens 200 ghanaischen Cedis, gleich 50 Euro, tragen sie dazu bei, die Schwelle von sehr arm zu ´nur noch arm´ zu überschreiten.
Einige Frauen planen, die 200 Cedis in der Trockenzeit noch in ein kleines Handelsgewerbe einzubringen. Als ihren eigenen Mikrokredit sozusagen. Aber selbst der erwirtschaftete Mehrwert aus diesem Projekt, mit > 0,02 Eurocent p.P./Tag macht die Frauen stolz.
Und sie haben Ihre Rolle und ihren Status gestärkt.

AWG 2 Okt. 2014

Foto zweiter Traktor

Frauen AWG auf Traktor

AWG und Traktor

Prana im Oktober

 

Alle drei Jahre wieder

von Hilde Link

Prana Project-459
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Alle drei Jahre prüft das Finanzamt für Körperschaften unseren Verein auf Herz und Nieren. In einem Freistellungsbescheid, falls dieser erteilt wird, ist eine Begründung für die Steuerbefreiung angegeben. Diese Begründung wird vom Finanzamt nach Aktenlage formuliert. Dieses Jahr lautete die Begründung:
  • Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege
  • Förderung der Erziehung
  • Förderung der Volks- und Berufsbildung sowie der Studienhilfe
  • Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens

Es ist der letzte der aufgeführten Aspekte, der uns seit zehn Jahren ein besonderes Anliegen ist, und der in der heutigen Zeit in einigen Religionsgemeinschaften erbittert bekämpft wird: die internationale Gesinnung und die Toleranz auf allen(!) Gebieten der Kultur. Völkerverständigung schafft Frieden. Das ist eines der großen Ziele des Prana-Projektes. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Spendern, die uns darin unterstützen, diesen großen Gedanken in einem kleinen Projekt, an einem unbedeutenden Ort der Welt, tatkräftig zu verbreiten.

Säen – Pflegen und Ernten ….. Teil 3 – Ernten

Trainingsprogramm für Hörbehinderte -

Hören und Sprechen lernen

 

2014_MobileMission_HearingTesting

Gehörtest beim Training vor Ort

Eine ganz andere Seite unserer Arbeit zeigt euch das dritte Projekt. Die Global Foundation for Children with Hearing Loss Vietnam (GF) führt seit mehreren Jahren ein ausgezeichnet strukturiertes Fortbildungsprogramm für Erzieher und medizinische Fachkräfte für Gehörlose durch. Damit bot sich uns die Möglichkeit, innerhalb von WWO einen sehr starken und kompetenten Partner zu finden, der unsere Unterstützung brauchte, von dem wir aber gleichzeitig enorm viel lernen können.

Eine Auswertung unserer Projektarbeit seit Beginn von Working With Others (WWO) in 2009 ergab, dass es einen großen Bedarf an Schulungen im Bereich autistischer Behinderungen gibt – ein großes Projektvorhaben, das einer sorgfältigen Vorbereitung bedarf.

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“Lehren Lernen ” … Unterrichtseinheit im Sommercamp

Unsere Beteiligung an dem Projekt der GF soll zwei Dinge erfüllen – Paige Stringer der “Triebfeder” von GF die Fortsetzung ihrer überaus erfolgreichen Arbeit ermöglichen und uns (WWO) einen tiefen Einblick in die benötigten Ressourcen, Zeitaufwand und Kosten für eine ähnliche Initiative im Bereich autistischer Kinder geben. Entsprechend nimmt Hien – unsere WWO Projektmanagerin – auch selbst an dem Fortbildungsprogramm teil. Dass sie dies in ihrem Urlaub macht, soll ihr Engagement für diese Arbeit unterstreichen. Wir unterstützen dieses Projekt von Global Foundation mit 3000 US$, weitere Sponsoren ermöglichen die Deckung weiterer Projektkosten, z.B. der Reisekosten der Spezialisten, die ansonsten ihre gesamte Leistung kostenfrei zur Verfügung stellen. Alle Teilnehmer machen diese Fortbildung in den Sommerferien und bekommen dies vom Bildungsministerium als Fortbildung anerkannt!

Das GF gehörlosen Bildungsprogramm ist eine mehrjährige Initiative, um hörbehinderten Kindern Zugang zu Gehörtechnologie und eine professionelle Unterstützung zu geben, die sie benötigen, um Kommunikation zu erlernen. Das Bildungsprogram besteht aus modular aufgebauten Sommerschulungen, mobilen Ausbildungseinheiten und Videoanalysen im Bereich Hörakustik und der audiologischen Sprachpraxis von Lehrern, Therapeuten, medizinischen Teams, Fachleuten im Gehörbereich und betroffenen Familien in Vietnam.

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Spezialisten helfen Lehrern bei der Anwendung der Inhalte

Die Fortbildung im Sommer findet jedes Jahr am Thuan An Center für Behinderte Kinder in der Provinz Binh Duong statt und folgt einem Stufen-Lehrplan, der Hörakustik, Früherkennung und Gehör- und Sprachübungen beinhaltet. Die vietnamesischen Teilnehmer durchlaufen den gesamten Lehrplan und qualifizieren sich durch das Ablegen einer Prüfung für die nächste Ausbildungsstufe.

Das Programm ist mit denselben Teilnehmern aufbauend über mehrere Jahre angelegt um sicherzustellen, dass die Teilnehmer ihre Fähigkeiten fundiert ausbauen. Es beinhaltet auch ein “train the trainer” Konzept, in dem fortgeschrittene Teilnehmer Jene in niedrigeren Lehrplanstufen schulen und betreuen. Ganz wesentliches Element ist dabei auch, die Zusammenarbeit unter vietnamesischen Fachleuten im Gesundheitsbereich und im Lehrbereich für hörbehinderte Kinder zu verbessern.

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Die Arbeit mit Eltern und Familien ist ein wichtiger Teil der Ausbildung

In den Ausbildungseinheiten vor Ort besuchen die Vortragenden der Global Foundation die am Programm teilnehmenden Schulen und Krankenhäuser, um die Lehrgangsteilnehmer in der täglichen Arbeit und der Anwendung mit den betroffenen Familien zu begleiten. Hörgeräte werden für die Kinder, soweit sie diese benötigen sowohl für das Sommerprogramm, als auch für die Ausbildungseinheiten vor Ort zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmer der audiovisuellen Lehrgänge entwickeln und halten in diesem Rahmen auch Vorträge für ihre Mitarbeiter und im Rahmen von Abendprogrammen für Familien.

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Die Ausbildung von Ärzten und Hörakustikern- ein wichtiger Bestandteil des Programs

Eine Kerngruppe von hochqualifizierten Lehrern und Therapeuten führt als Mentorin das gesamte Jahr über Videoanalysen durch. Im Bereich der Hörakustik werden Ärzte und Hörakustik-Techniker geschult um sie in die Lage zu versetzen Kindern mit Gehöreinschränkungen eine adäquate Gesundheitsberatung geben zu können. Dieses modulare Modell erreicht einen sehr großen geografischen Bereich in Vietnam und es wird von ausgesuchten internationalen Spezialisten in den jeweiligen Bereichen geleitet. Diese arbeiten mit vietnamesischen Fachleuten zusammen, um die Lehrpläne zu entwickeln, und die Spezialisten reisen selbst nach Vietnam um vor Ort zu unterrichten. Ziel unseres Programms ist es, Multiplikatoren im Gehörlosenbereich zu unterstützen, so dass Kinder mit Gehörbehinderungen ihr volles Potential zu hören und zu sprechen ausschöpfen können.

Von Dezember 2013 bis August 2014 wurden zwei große Ausbildungseinheiten und ein Video Analyse Programm durchgeführt. Im März 2014 wurde das Vor Ort Training im Thuan An Center und dem Kinderkrankenhaus in Ho Chi Minh City ausgeführt. 15 Lehrer und Therapeuten, die sich bereits im fortgeschrittenen Lehrplan der Hör- und Sprachschulung befanden, nahmen daran teil. 21 medizinische Fachleute und Gehörtechniker nahmen am hörakustischen Training teil, das von Experten aus den USA und Kanada durchgeführt wurde. Entsprechend sind die Teilnehmer jetzt sehr gut vorbereitet, Kinder mit Hörbehinderung bei der Gehör- und Sprachausbildung zu unterstützen und darüberhinaus weitere Fachkräfte darin zu schulen.

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Früherkennung – eine der Grundlagen für erfolgreiche Arbeit mit Behinderten!

Von Juli bis August 2014 wurde das fünfte Sommer Training am Thuan An Center durchgeführt. Etwa 100 Lehrer, Therapeuten und Hörakustik-Techniker nahmen daran Teil. Zu Gute kam dieses Training auch 48 Kinder und deren Eltern im Rahmen des Praxisunterrichts, in dem die Lehrinhalte umgesetzt wurden. Etwa 100 Kinder wurden medizinisch hörakustisch getestet, 12 von ihnen erhielten aufgrund dieser Untersuchung neue Hörgeräte.

Durch schriftliche und fachliche Prüfungen vor, während und zum Abschluss des Programms wurde sichergestellt, dass die Teilnehmer die unterrichteten Konzepte verstanden hatten und der Fortschritt in ihrem Verständnis entsprechend des Lehrplans gewährleistet wurden.

Paige Stringer nennt drei Gründe für den großen Erfolg dieses Programms:
1. der große Einsatz der Trainer und Teilnehmer für den Lernprozess,
2. eine starke Führung in der Projektgestaltung sowohl seitens der Vietnamesen, als auch durch die Global Foundation in allen Projektphasen und
3. die Bereitschaft den Teilnehmern zuzuhören und basierend auf deren Rückmeldungen das Program wo nötig kontinuierlich anzupassen.

Wie geht es weiter?

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Ausbildung vor Ort – eine Schulklasse hörbehinderter Kinder

Für 2015 ist die Planung für die nächste Schulungseinheit bereits erstellt, wobei die weit fortgeschrittenen Teilnehmer auch bereits als Lehrer die einsteigenden Gruppen unter Aufsicht erfahrener Spezialisten schulen. Damit werden sie in die Lage versetzt, dieses Training in Zukunft selbstständig anzubieten und die Nachhaltigkeit des gesamten Programms zu gewährleisten. Und so wird die Ernte für eine achtsame und nachhaltige Arbeit eingefahren!

3 aus ingesamt 40 Projekten für Behinderte in Vietnam die durch die Help Alliance gefördert werden – zu denen wir mit Ihrer – Eurer Hilfe beitragen konnten – danke dafür! Behinderte Menschen die gleichzeitig überproportional von Armut und gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen sind – dies zu ändern hat sich WWO zum Ziel gemacht!

Säen – Pflegen und Ernten ….. Teil 2 – Pflegen

Sexualaufklärung für behinderte Kinder

Einiges mehr an “Kopfzerbrechen” als unser DWG Projekt  machte Hien – unserer WWO Managerin vor Ort – das zweite Projekt von dem ich euch erzählen möchte.

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Erstelltes Brail-Tool für die Sexualaufklärung

Working With Others versucht jedes Jahr die besten Projekte für die Stärkung von Behinderten auszuwählen, zu fördern und zu begleiten. Oft betreten wir dabei “Neuland” – so auch mit dem folgenden Projekt. Mit der Ho Chi Minh City (HCMC) Vereinigung für Menschen mit Behinderung und Waisen (HASPDO) starteten wir 2012 ein Projekt über Sexualaufklärung für behinderte Kinder. Eine gemeinsam mit HASPDO durchgeführte Umfrage unter blinden und tauben Erwachsenen ergab, dass ihr Wissen über Fortpflanzung, Hygiene, Geschlechtskrankheiten und ihre Fähigkeiten sich vor Mißbrauch zu schützen ausgesprochen niedrig sind. Entsprechend hoch ist auch die Anzahl behinderter Erwachsener, die missbraucht wurden und an Geschlechtskrankheiten – insbesondere Aids – leiden. Dieses Projekt soll Jugendliche in diesen Bereichen aufklären, dem Missbrauch von Behinderten entgegenwirken und die Fähigkeiten, mit ihrer Sexualität selbstbestimmt umzugehen, verbessern. Ziel ist es auch, wichtige Grundlagen über die Risiken von Infektionen und die Vor- und Nachteile von Verhütungsmethoden zu vermitteln.

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Hörbehinderte erlerner das Berechnen des Menstruationszyklus

HASPDO arbeitet seit 13 Jahren mit einer Reihe von Behinderten-einrichtungen zusammen – wichtig waren hierbei die Kontakte zu relevanten Behinderteneinrichtungen, aber auch das Engagement und Know How des HASPDO Projektleiters.

Zuerst führten wir Workshops mit  blinden und tauben Jugendlichen durch. Experten evaluierten die Ergebnisse dieser Workshops und erstellten Lehrunterlagen, die kontinuierlich in vielen Punkten angepasst und verbessert wurden. 18 Lehrer im Bereich von Gehörlosen und 9  im Bereich der Blinden erfuhren eine eingehende Spezialausbildung, um Ausbildungskurse für Erzieher in den jeweiligen Bereichen zu leiten und sie in ihrer Arbeit mit den Schülern zu unterstützen. Dabei wurden diese “Core-Teacher” zuerst in der Anwendung der Vermittlungsmedien geschult, dann erfolgten die konkreten Workshops über sexuelle Gesundheit.

 

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Rollenspiele sind ein wichtiger Teil der Schulung

Es zeigte sich, dass die Ausbildungsinhalte gut gewählt waren und den Bedürfnissen der Einrichtungen für gehörlose und blinde Kinder entsprachen. Die Trainer konnten ihr umfassendes Wissen und ihre Erfahrungen in den Bereichen Fortpflanzung, sexuelle Gesundheit und deren Anwendung im Alltag sehr gut vermitteln. Die speziell ausgebildeten Lehrer und Erzieher waren mit großem Enthusiasmus bei der Sache, fanden angepasste Lehrmethoden und konnten den Lehrern vor Ort dabei helfen, ihr Lehrmaterial bestmöglich zusammenzustellen und anzuwenden. Besonders hilfreich war, dass die von uns ausgebildeten “Core-Teacher” selbst von der jeweiligen Behinderung betroffen waren. Während des Trainings konnten dadurch viele Mißverständnisse und fehlendes Wissen beseitigt und Wissen über und Strategien gegen Missbrauch verständlich an die Schüler vermittelt werden.

 

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Lernen über Körpersprache hilft viele Hör-, Sprach und Seheinschränkungen zu überwinden!

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Erstes Treffen der Spezialisten zur Projektvorbereitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationen war groß. So lud die Hy Vong 1 Sonderschule für Blinde Lehrer der Gehörloseneinrichtung (DCOH) ein um Ausbildungsmethoden die Körpersprache anwandten kennenzulernen. Beide Einrichtungen integrierten im Rahmen dieses Projekts das Thema Fortpflanzung und sexuelle Gesundheit auch in den regulären Lehrplan für ihre Schüler.

Schwierigkeiten hatten unsere “Core-Teacher” an den Gehörlosenschulen, da es für diese Themenbereiche keine geeignete Zeichensprache, oder geeignete sonstige Medien (wie Bilder oder Videos) gibt – hier half der in der DCOH angewandte Unterricht mit Körpersprache viel weiter.

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Gehörlosenklasse beim Workshop

Es zeigte sich auch, dass die behinderten Schüler mehr Zeit als gesunde brauchen, um die Inhalte zu verstehen. In den 4 Übungseinheiten die für die Klassen vorgesehen waren, konnte der Lehrstoff nicht vollständig vermittelt werden. Ebenso müssen in Zukunft besser auf die Behinderung zugeschnittene Lehreinheiten erstellt werden, damit diese von Lehrern für ihre Einrichtung angewandt werden können.

All das lief aber bei weitem nicht so reibungslos und einfach wie es scheinen mag. Der Projektmanager unserer HASPDO Projekte und eine Reihe der ausgebildeten Spezialisten wurden während des Projektverlaufs versetzt und dem nachfolgenden Projektmanager seitens HASPDO fehlte sowohl Kompetenz zur Weiterführung der Projekte, als auch das Verständnis für die Inhalte, weshalb es zu einem Stillstand kam.

Ein Teil unserer “Core-Teachers” waren Nonnen des Huynh de Nhu Nghia Heims, die im Projektzeitraum in andere Provinzen versetzt wurden, weshalb sie für die Ausbildung in ihrer Organisation nicht mehr zur Verfügung standen.

Wenn ich in der Einleitung zu diesem Blogs unsere Arbeit mit dem Säen, der Pflege und dem Ernten verglichen habe so möchte ich jetzt auf diesen Vergleich zurückgreifen. Es gibt viele Umstände die wir im Projektmanagment beeinflussen können, viele Dinge liegen aber ausserhalb unseres Einflussbereichs und es braucht sehr viel Glück, wenn alles so läuft, wie wir uns das zu Projektbeginn vorstellen.

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Unterricht für Lehrer und Betreuer

An dieser Stelle ist aber die Projektbegleitung – die Pflege – durch Working With Others, durch Hien unsere Vollzeit Projektmanagerin entscheidend – die genau in diesen Fällen eingreift….ohne diese würden Projekte an dieser Stelle kippen und wohl stillschweigend “auslaufen” – Es gab also Verzögerungen – letzendlich etwa 8 Monate gegenüber dem Projektfahrplan – zusätzliche Meetings, viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit des “neuen” Projektleiters bei HASPDO und Schulungen weiterer “Core-Teachers” – aber das Projekt wurde erfolgreich weitergeführt!

Schlussendlich konnten wir  in zwei Projektperioden mit dem Training über 100 gehörlose und blinde Jugendliche im Bereich sexuelle Gesundheit, dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten und sexuellem Mißbrauch schulen. Darüberhinaus wurden 27 “Core-Teacher” ausgebildet und die Inhalte wurden in mehreren Einrichtungen in den regulären Lehrplan aufgenommen.

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Übungen für die Vermittlung von Wissen über Sexualität für blinde Jugendiche

Wir haben gelernt, dass im Bereich von Gehörlosen das Wissen über die anzuwendende Zeichensprache deutlich verbessert werden muss. Es ist sehr wichtig, dass die Inhalte durch von der Behinderung selbst betroffene Lehrer in einer der jeweiligen Behinderung angepassten Sprache vermittelt werden. Dies ist die Voraussetzung, um den Stoff umfassend an allen Behinderteneinrichtungen weitergeben  zu können und alle behinderten Kinder und Jugendlichen zu erreichen.

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Hörbehinderte Jugendliche bei Übungen zur Selbstverteidigung gegen Übergiffe und sexuellen Mißbrauch

Die fundierte Ausbildung der “Core-Teachers” ist die Grundlage und deshalb brauchen wir dafür sehr genaue Ausbildungsgrundlagen als Referenz. Beim Wechsel von Projektleitern muss sichergestellt sein, dass die Kompetenz erhalten bleibt und die Kontinuität des Projektes nicht gefährdet wird.

In einem Abschlusstreffen mit den “Core-Teachern”, Experten und Projektleitern haben wir uns darauf geeinigt diese Arbeit fortzusetzen. Als nächstes wollen wir umfassende Lehrmittel für die Schulung entwickeln, von Lehrfäden für Lehrer, über Lehrbücher und Demo Tools, zu einer angepassten Zeichensprache.

All das wäre ohne eure Unterstüztung nicht möglich – danke Euch!

Säen – Pflegen und Ernten ….. Teil 1 – Säen

WWO – viele Neuigkeiten

Liebe Freunde und Unterstützer

während wir die neuen WWO Projekte auf den Weg bringen, bringen wir die “Ernte” der bestehenden Projekte ein – WWO ist ein wenig wie ein Zyklus von säen und ernten – wir suchen die Samen sorgsam aus, achten darauf, dass wir sie dort einpflanzen wo sie die besten Wachstumsbedingungen haben, gießen und düngen sie wenn nötig und wenn uns das Glück gewogen ist und wir unsere Arbeit ordentlich gemacht haben, gibt es eine gute Ernte….

Von dreien dieser Projekt will ich euch in den folgenden Blogs berichten – beginnend mit unserem

Disablilty Workgroup Projekt!

Im April dieses Jahres wurde wieder ein Projekt mit der Disability Work Group (DWG) zu Ende geführt. Gemeinsam mit allen in dieser Gruppe beteiligten Partnern arbeitet die DWG daran, die Lebensumstände der Menschen mit Behinderungen in Vietnam zu verbessern. Im aktuellen Projekt fanden 2013 und 2014 vier Workshops statt, in denen kreative Hilfsmittel für den Unterricht behinderter Kinder, Wassertherapien, der Bereich autistischer Behinderungen und die Thematik der Barrierefreiheit vermittelt wurden.
Die Teilnehmer wurden sorgfältig als Multiplikatoren aus Behinderteneinrichtungen in Ho Chi Minh City (HCMC) und den umliegenden Provinzen ausgewählt.

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Einfach herzustellende Hilfsmittel, die in den Workshops erstellt und angewandt wurden

Besonders wichtig war uns das Feedback der Teilnehmer. Für 65% waren die Inhalte neu und 96% der Teilnehmer gaben den Workshops und ihren Inhalten gute bis exzellente Beurteilungen.

So fanden die Ideen, Hilfsmittel für den Unterricht anzuwenden, die aus Recycling Materialien gemacht und leicht herzustellen sind, großes Interesse.

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Teilnehmer bei den praktischen Übungen der Wassertherapien

Positiv wurde auch beurteilt, dass die Übungen im Rahmen der Wassertherapie sehr praxisorientiert waren und die Teilnehmer alles unmittelbar probieren und anwenden konnten.

Besonders der Bereich Autismus bedarf noch sehr viel Aufklärung, die in den Workshops in den Bereichen von Grundlagen, den unterschiedlichen Erscheinungsformen, der Diagnose und des Unterrichts autistischer Kinder vermittelt wurde.

Im Bereich der Barrierefreiheit wurden eine Reihe von einfachen Anwendungen erarbeitet, die behinderten Menschen in der Bewältigung des Alltags helfen.

Im Rahmen dieses Projektes arbeitet die DWG auch an einer umfassenden Datenbank, die mittlerweile 250 Kontakte umfasst, 51% davon Organisationen, (wie Heime, NGO, Vereine), 32,5% Behindertenschulen, 15% medizinische – und 1,5% andere Einrichtungen.

Von den beantragten und genehmigen 1300 US$ Projektgeldern hat die DWG bisher nur 780 US$ ausgegeben und das ohne jegliche “Abstriche” bei der Projektgestaltung – ein Beleg dafür wie sorgsam mit den Spenden gearbeitet wird.

Das einzige Projektziel, dass derzeit noch nicht vollständig erreicht ist, ist der Abschluss einer vietnamesischen Webseite mit allen Workshopinhalten. Hier müssen noch einige Skripten in´s Vietnamesische übersetzt und auf die Webseite gestellt werden, dies soll aber in den nächsten Wochen erfolgen.

Vor und Nachteile aus diesem Projekt – wir möchten aus jedem Projekt lernen…..

Projekte wie dieses erlauben der DWG direkt mit vielen Organisationen zu arbeiten, die im Bereich behinderter Menschen tätig sind, und so auch deren Arbeit und Bedürfnisse besser zu verstehen. Während der Workshops können sich die Teilnehmer vernetzen und lernen die Lehrpläne und Herangehensweisen der anderen Organisationen kennen. Dadurch entstehen wichtige Kontakte und Synergien.
Schwierigkeiten bereitet es aktuell noch, die besten Vortragenden zu finden, da diese häufig aus dem Ausland kommen und die Übersetzung oft eine sehr anspruchsvolle und schwer zu bewältigende Hürde darstellt – dies vor allem, da es sich um sehr spezifische Themen handelt.
Was wir als Projektpartner bei diesem Projekt vor allem lernen, ist, dass nicht nur die großen und häufig internationalen NGO´s gute Ideen und Projekte durchführen. Lokale NGO´s oder Vereine/Gruppen haben ausgezeichnete Ideen, die manchmal nur ein wenig Unterstützung und Beratung brauchen, um umgesetzt zu werden – hierfür wurde DWG ins Leben gerufen!

Der große Erfolg der Workshops zeigt auch wie wichtig deren Durchführung ist, und wie sehr die Weiterbildung benötigt wird. Hierfür wird die DWG die aus den Workshops erstellten Bedürfnisprotokolle genau analysieren, um die Themen für 2014/15 auszuwählen ….. 2015 …. ja wir wollen das mit eurer Hilfe in jedem Fall weiter fördern!

Danke!

Diesen Bericht habe ich aus dem Abschlussbericht von Georges Nguyen Anne-Laure erstellt und wir können Interessierten alle unsere vollständigen Projektberichte in englischer Sprache zur Verfügung stellen.

Trauer und Zuversicht

 

Mit großer Traurigkeit müssen wir vermelden, dass unser wundervoller Freund und Projektkoordinator Nurudeen Bah auf dem Rückweg von einem Projekteinsatz tödlich verunglückt ist.

Wir sind unendlich traurig.

Mit ihm entstand die kämpferische Vision der Eigenverantwortung der Projektnehmer. Gemeinsam haben wir unsere Projektpartner immer wieder an die Hand genommen, geführt, ausgebildet, auf Nachhaltigkeit und Selbstverantwortung hingewiesen, Rücklagenbildung eingeführt, Unternehmensideen gefördert. Es war Nurudeens Überzeugung, dass es nur so geht, Capacity Building, die Förderung der Fähigkeiten der Betroffenen, war seine Vision.

Seine Überzeugung, seine Kompetenz, seine Weisheit, seine Warmherzigkeit – sie sind beispielhafte Wegweiser seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Sein Tod ist uns Verpflichtung sein Engagement fortzuführen.

Mit allen Dorfbewohnern von Chamen, Dutabullu, Jumansar und Kalataba werden wir seine Visionen umsetzen.

Seine Familie und Freunde begleiten wir im Gebet.

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Prana im September

 

ES IST ALLES GOLD WAS GLÄNZT

von Hilde Link

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Es ist alles Gold was glänzt. Zumindest für Yuonni und ihre Freundinnen.

Ich hatte schon gesagt, dass wir in unserer Schule darauf  Wert legen, Eigenständigkeit und Kreativität, was unmittelbar zusammenhängt, zu fördern. Deshalb bieten wir speziellen Unterricht an, der die Kinder dazu anregt, selbständig Ideen zu entwickeln und diese in die Tat umzusetzen. Angefangen hatten wir mit einer sogenannten “Projektwoche”. Aber die Kinder schlugen vor, dass Zeichnen, Malen und Basteln doch Teil des fortlaufenden Unterrichts sein sollten. Diese Anregung haben wir aufgenommen, und so haben die Mädchen mit Goldpapier Schmuck gebastelt und sich gegenseitig fotografiert. Denn schön zu sein, das ist für 14-jährige das Wichtigste im Leben.

Ich persönlich habe eine neue Erkenntnis gewonnen: Mädchen in der Pubertät sind doch überall auf der Welt gleich.

 

Prana im August

 

Nach der Fussball WM: Jetzt ist Cricket angesagt!

 von Hilde Link

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Wir, also wir Deutschen, sind Fussball-Weltmeister. Das ist das eine.

Das andere:  Wir, das Cricket-Team von Periyamudaliyarschavadi, haben einen Pokal gewonnen. Das ist was! Ist die deutsche Weltmeisterschaft einmalig in der Geschichte des Fussballs? Nein. Ist ein Cricket-Pokal einmalig in der Geschichte meines Kaffs in Indien? Ja. Na also.

Seit Jahren unterstützen wir den Cricket Verein in unserem Dorf. Er konnte  wegen unserer Hilfe, genau genommen wegen Ihrer Hilfe, überhaupt erst gegründet werden. Das Alkoholproblem hier in der Gegend ist gross, zu viele herumhängende Jugendliche ohne Arbeit vergnügen sich mit der Ausübung von Gewalt. Aus lauter Langeweile. Über die positive Wirkung von Sport ist viel geschrieben worden. Alles ist wahr, alles ist richtig, alles ist genau so: die jungen Männer kommen auf andere Gedanken und kanalisieren ihre überschüssige Energien in sportlichen Ehrgeiz.

Und so kam es, dass wir einen Pokal gewonnen haben.

 

 

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