Säen – Pflegen und Ernten ….. Teil 3 – Ernten

Trainingsprogramm für Hörbehinderte -

Hören und Sprechen lernen

 

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Gehörtest beim Training vor Ort

Eine ganz andere Seite unserer Arbeit zeigt euch das dritte Projekt. Die Global Foundation for Children with Hearing Loss Vietnam (GF) führt seit mehreren Jahren ein ausgezeichnet strukturiertes Fortbildungsprogramm für Erzieher und medizinische Fachkräfte für Gehörlose durch. Damit bot sich uns die Möglichkeit, innerhalb von WWO einen sehr starken und kompetenten Partner zu finden, der unsere Unterstützung brauchte, von dem wir aber gleichzeitig enorm viel lernen können.

Eine Auswertung unserer Projektarbeit seit Beginn von Working With Others (WWO) in 2009 ergab, dass es einen großen Bedarf an Schulungen im Bereich autistischer Behinderungen gibt – ein großes Projektvorhaben, das einer sorgfältigen Vorbereitung bedarf.

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“Lehren Lernen ” … Unterrichtseinheit im Sommercamp

Unsere Beteiligung an dem Projekt der GF soll zwei Dinge erfüllen – Paige Stringer der “Triebfeder” von GF die Fortsetzung ihrer überaus erfolgreichen Arbeit ermöglichen und uns (WWO) einen tiefen Einblick in die benötigten Ressourcen, Zeitaufwand und Kosten für eine ähnliche Initiative im Bereich autistischer Kinder geben. Entsprechend nimmt Hien – unsere WWO Projektmanagerin – auch selbst an dem Fortbildungsprogramm teil. Dass sie dies in ihrem Urlaub macht, soll ihr Engagement für diese Arbeit unterstreichen. Wir unterstützen dieses Projekt von Global Foundation mit 3000 US$, weitere Sponsoren ermöglichen die Deckung weiterer Projektkosten, z.B. der Reisekosten der Spezialisten, die ansonsten ihre gesamte Leistung kostenfrei zur Verfügung stellen. Alle Teilnehmer machen diese Fortbildung in den Sommerferien und bekommen dies vom Bildungsministerium als Fortbildung anerkannt!

Das GF gehörlosen Bildungsprogramm ist eine mehrjährige Initiative, um hörbehinderten Kindern Zugang zu Gehörtechnologie und eine professionelle Unterstützung zu geben, die sie benötigen, um Kommunikation zu erlernen. Das Bildungsprogram besteht aus modular aufgebauten Sommerschulungen, mobilen Ausbildungseinheiten und Videoanalysen im Bereich Hörakustik und der audiologischen Sprachpraxis von Lehrern, Therapeuten, medizinischen Teams, Fachleuten im Gehörbereich und betroffenen Familien in Vietnam.

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Spezialisten helfen Lehrern bei der Anwendung der Inhalte

Die Fortbildung im Sommer findet jedes Jahr am Thuan An Center für Behinderte Kinder in der Provinz Binh Duong statt und folgt einem Stufen-Lehrplan, der Hörakustik, Früherkennung und Gehör- und Sprachübungen beinhaltet. Die vietnamesischen Teilnehmer durchlaufen den gesamten Lehrplan und qualifizieren sich durch das Ablegen einer Prüfung für die nächste Ausbildungsstufe.

Das Programm ist mit denselben Teilnehmern aufbauend über mehrere Jahre angelegt um sicherzustellen, dass die Teilnehmer ihre Fähigkeiten fundiert ausbauen. Es beinhaltet auch ein “train the trainer” Konzept, in dem fortgeschrittene Teilnehmer Jene in niedrigeren Lehrplanstufen schulen und betreuen. Ganz wesentliches Element ist dabei auch, die Zusammenarbeit unter vietnamesischen Fachleuten im Gesundheitsbereich und im Lehrbereich für hörbehinderte Kinder zu verbessern.

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Die Arbeit mit Eltern und Familien ist ein wichtiger Teil der Ausbildung

In den Ausbildungseinheiten vor Ort besuchen die Vortragenden der Global Foundation die am Programm teilnehmenden Schulen und Krankenhäuser, um die Lehrgangsteilnehmer in der täglichen Arbeit und der Anwendung mit den betroffenen Familien zu begleiten. Hörgeräte werden für die Kinder, soweit sie diese benötigen sowohl für das Sommerprogramm, als auch für die Ausbildungseinheiten vor Ort zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmer der audiovisuellen Lehrgänge entwickeln und halten in diesem Rahmen auch Vorträge für ihre Mitarbeiter und im Rahmen von Abendprogrammen für Familien.

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Die Ausbildung von Ärzten und Hörakustikern- ein wichtiger Bestandteil des Programs

Eine Kerngruppe von hochqualifizierten Lehrern und Therapeuten führt als Mentorin das gesamte Jahr über Videoanalysen durch. Im Bereich der Hörakustik werden Ärzte und Hörakustik-Techniker geschult um sie in die Lage zu versetzen Kindern mit Gehöreinschränkungen eine adäquate Gesundheitsberatung geben zu können. Dieses modulare Modell erreicht einen sehr großen geografischen Bereich in Vietnam und es wird von ausgesuchten internationalen Spezialisten in den jeweiligen Bereichen geleitet. Diese arbeiten mit vietnamesischen Fachleuten zusammen, um die Lehrpläne zu entwickeln, und die Spezialisten reisen selbst nach Vietnam um vor Ort zu unterrichten. Ziel unseres Programms ist es, Multiplikatoren im Gehörlosenbereich zu unterstützen, so dass Kinder mit Gehörbehinderungen ihr volles Potential zu hören und zu sprechen ausschöpfen können.

Von Dezember 2013 bis August 2014 wurden zwei große Ausbildungseinheiten und ein Video Analyse Programm durchgeführt. Im März 2014 wurde das Vor Ort Training im Thuan An Center und dem Kinderkrankenhaus in Ho Chi Minh City ausgeführt. 15 Lehrer und Therapeuten, die sich bereits im fortgeschrittenen Lehrplan der Hör- und Sprachschulung befanden, nahmen daran teil. 21 medizinische Fachleute und Gehörtechniker nahmen am hörakustischen Training teil, das von Experten aus den USA und Kanada durchgeführt wurde. Entsprechend sind die Teilnehmer jetzt sehr gut vorbereitet, Kinder mit Hörbehinderung bei der Gehör- und Sprachausbildung zu unterstützen und darüberhinaus weitere Fachkräfte darin zu schulen.

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Früherkennung – eine der Grundlagen für erfolgreiche Arbeit mit Behinderten!

Von Juli bis August 2014 wurde das fünfte Sommer Training am Thuan An Center durchgeführt. Etwa 100 Lehrer, Therapeuten und Hörakustik-Techniker nahmen daran Teil. Zu Gute kam dieses Training auch 48 Kinder und deren Eltern im Rahmen des Praxisunterrichts, in dem die Lehrinhalte umgesetzt wurden. Etwa 100 Kinder wurden medizinisch hörakustisch getestet, 12 von ihnen erhielten aufgrund dieser Untersuchung neue Hörgeräte.

Durch schriftliche und fachliche Prüfungen vor, während und zum Abschluss des Programms wurde sichergestellt, dass die Teilnehmer die unterrichteten Konzepte verstanden hatten und der Fortschritt in ihrem Verständnis entsprechend des Lehrplans gewährleistet wurden.

Paige Stringer nennt drei Gründe für den großen Erfolg dieses Programms:
1. der große Einsatz der Trainer und Teilnehmer für den Lernprozess,
2. eine starke Führung in der Projektgestaltung sowohl seitens der Vietnamesen, als auch durch die Global Foundation in allen Projektphasen und
3. die Bereitschaft den Teilnehmern zuzuhören und basierend auf deren Rückmeldungen das Program wo nötig kontinuierlich anzupassen.

Wie geht es weiter?

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Ausbildung vor Ort – eine Schulklasse hörbehinderter Kinder

Für 2015 ist die Planung für die nächste Schulungseinheit bereits erstellt, wobei die weit fortgeschrittenen Teilnehmer auch bereits als Lehrer die einsteigenden Gruppen unter Aufsicht erfahrener Spezialisten schulen. Damit werden sie in die Lage versetzt, dieses Training in Zukunft selbstständig anzubieten und die Nachhaltigkeit des gesamten Programms zu gewährleisten. Und so wird die Ernte für eine achtsame und nachhaltige Arbeit eingefahren!

3 aus ingesamt 40 Projekten für Behinderte in Vietnam die durch die Help Alliance gefördert werden – zu denen wir mit Ihrer – Eurer Hilfe beitragen konnten – danke dafür! Behinderte Menschen die gleichzeitig überproportional von Armut und gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen sind – dies zu ändern hat sich WWO zum Ziel gemacht!

Säen – Pflegen und Ernten ….. Teil 2 – Pflegen

Sexualaufklärung für behinderte Kinder

Einiges mehr an “Kopfzerbrechen” als unser DWG Projekt  machte Hien – unserer WWO Managerin vor Ort – das zweite Projekt von dem ich euch erzählen möchte.

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Erstelltes Brail-Tool für die Sexualaufklärung

Working With Others versucht jedes Jahr die besten Projekte für die Stärkung von Behinderten auszuwählen, zu fördern und zu begleiten. Oft betreten wir dabei “Neuland” – so auch mit dem folgenden Projekt. Mit der Ho Chi Minh City (HCMC) Vereinigung für Menschen mit Behinderung und Waisen (HASPDO) starteten wir 2012 ein Projekt über Sexualaufklärung für behinderte Kinder. Eine gemeinsam mit HASPDO durchgeführte Umfrage unter blinden und tauben Erwachsenen ergab, dass ihr Wissen über Fortpflanzung, Hygiene, Geschlechtskrankheiten und ihre Fähigkeiten sich vor Mißbrauch zu schützen ausgesprochen niedrig sind. Entsprechend hoch ist auch die Anzahl behinderter Erwachsener, die missbraucht wurden und an Geschlechtskrankheiten – insbesondere Aids – leiden. Dieses Projekt soll Jugendliche in diesen Bereichen aufklären, dem Missbrauch von Behinderten entgegenwirken und die Fähigkeiten, mit ihrer Sexualität selbstbestimmt umzugehen, verbessern. Ziel ist es auch, wichtige Grundlagen über die Risiken von Infektionen und die Vor- und Nachteile von Verhütungsmethoden zu vermitteln.

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Hörbehinderte erlerner das Berechnen des Menstruationszyklus

HASPDO arbeitet seit 13 Jahren mit einer Reihe von Behinderten-einrichtungen zusammen – wichtig waren hierbei die Kontakte zu relevanten Behinderteneinrichtungen, aber auch das Engagement und Know How des HASPDO Projektleiters.

Zuerst führten wir Workshops mit  blinden und tauben Jugendlichen durch. Experten evaluierten die Ergebnisse dieser Workshops und erstellten Lehrunterlagen, die kontinuierlich in vielen Punkten angepasst und verbessert wurden. 18 Lehrer im Bereich von Gehörlosen und 9  im Bereich der Blinden erfuhren eine eingehende Spezialausbildung, um Ausbildungskurse für Erzieher in den jeweiligen Bereichen zu leiten und sie in ihrer Arbeit mit den Schülern zu unterstützen. Dabei wurden diese “Core-Teacher” zuerst in der Anwendung der Vermittlungsmedien geschult, dann erfolgten die konkreten Workshops über sexuelle Gesundheit.

 

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Rollenspiele sind ein wichtiger Teil der Schulung

Es zeigte sich, dass die Ausbildungsinhalte gut gewählt waren und den Bedürfnissen der Einrichtungen für gehörlose und blinde Kinder entsprachen. Die Trainer konnten ihr umfassendes Wissen und ihre Erfahrungen in den Bereichen Fortpflanzung, sexuelle Gesundheit und deren Anwendung im Alltag sehr gut vermitteln. Die speziell ausgebildeten Lehrer und Erzieher waren mit großem Enthusiasmus bei der Sache, fanden angepasste Lehrmethoden und konnten den Lehrern vor Ort dabei helfen, ihr Lehrmaterial bestmöglich zusammenzustellen und anzuwenden. Besonders hilfreich war, dass die von uns ausgebildeten “Core-Teacher” selbst von der jeweiligen Behinderung betroffen waren. Während des Trainings konnten dadurch viele Mißverständnisse und fehlendes Wissen beseitigt und Wissen über und Strategien gegen Missbrauch verständlich an die Schüler vermittelt werden.

 

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Lernen über Körpersprache hilft viele Hör-, Sprach und Seheinschränkungen zu überwinden!

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Erstes Treffen der Spezialisten zur Projektvorbereitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationen war groß. So lud die Hy Vong 1 Sonderschule für Blinde Lehrer der Gehörloseneinrichtung (DCOH) ein um Ausbildungsmethoden die Körpersprache anwandten kennenzulernen. Beide Einrichtungen integrierten im Rahmen dieses Projekts das Thema Fortpflanzung und sexuelle Gesundheit auch in den regulären Lehrplan für ihre Schüler.

Schwierigkeiten hatten unsere “Core-Teacher” an den Gehörlosenschulen, da es für diese Themenbereiche keine geeignete Zeichensprache, oder geeignete sonstige Medien (wie Bilder oder Videos) gibt – hier half der in der DCOH angewandte Unterricht mit Körpersprache viel weiter.

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Gehörlosenklasse beim Workshop

Es zeigte sich auch, dass die behinderten Schüler mehr Zeit als gesunde brauchen, um die Inhalte zu verstehen. In den 4 Übungseinheiten die für die Klassen vorgesehen waren, konnte der Lehrstoff nicht vollständig vermittelt werden. Ebenso müssen in Zukunft besser auf die Behinderung zugeschnittene Lehreinheiten erstellt werden, damit diese von Lehrern für ihre Einrichtung angewandt werden können.

All das lief aber bei weitem nicht so reibungslos und einfach wie es scheinen mag. Der Projektmanager unserer HASPDO Projekte und eine Reihe der ausgebildeten Spezialisten wurden während des Projektverlaufs versetzt und dem nachfolgenden Projektmanager seitens HASPDO fehlte sowohl Kompetenz zur Weiterführung der Projekte, als auch das Verständnis für die Inhalte, weshalb es zu einem Stillstand kam.

Ein Teil unserer “Core-Teachers” waren Nonnen des Huynh de Nhu Nghia Heims, die im Projektzeitraum in andere Provinzen versetzt wurden, weshalb sie für die Ausbildung in ihrer Organisation nicht mehr zur Verfügung standen.

Wenn ich in der Einleitung zu diesem Blogs unsere Arbeit mit dem Säen, der Pflege und dem Ernten verglichen habe so möchte ich jetzt auf diesen Vergleich zurückgreifen. Es gibt viele Umstände die wir im Projektmanagment beeinflussen können, viele Dinge liegen aber ausserhalb unseres Einflussbereichs und es braucht sehr viel Glück, wenn alles so läuft, wie wir uns das zu Projektbeginn vorstellen.

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Unterricht für Lehrer und Betreuer

An dieser Stelle ist aber die Projektbegleitung – die Pflege – durch Working With Others, durch Hien unsere Vollzeit Projektmanagerin entscheidend – die genau in diesen Fällen eingreift….ohne diese würden Projekte an dieser Stelle kippen und wohl stillschweigend “auslaufen” – Es gab also Verzögerungen – letzendlich etwa 8 Monate gegenüber dem Projektfahrplan – zusätzliche Meetings, viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit des “neuen” Projektleiters bei HASPDO und Schulungen weiterer “Core-Teachers” – aber das Projekt wurde erfolgreich weitergeführt!

Schlussendlich konnten wir  in zwei Projektperioden mit dem Training über 100 gehörlose und blinde Jugendliche im Bereich sexuelle Gesundheit, dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten und sexuellem Mißbrauch schulen. Darüberhinaus wurden 27 “Core-Teacher” ausgebildet und die Inhalte wurden in mehreren Einrichtungen in den regulären Lehrplan aufgenommen.

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Übungen für die Vermittlung von Wissen über Sexualität für blinde Jugendiche

Wir haben gelernt, dass im Bereich von Gehörlosen das Wissen über die anzuwendende Zeichensprache deutlich verbessert werden muss. Es ist sehr wichtig, dass die Inhalte durch von der Behinderung selbst betroffene Lehrer in einer der jeweiligen Behinderung angepassten Sprache vermittelt werden. Dies ist die Voraussetzung, um den Stoff umfassend an allen Behinderteneinrichtungen weitergeben  zu können und alle behinderten Kinder und Jugendlichen zu erreichen.

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Hörbehinderte Jugendliche bei Übungen zur Selbstverteidigung gegen Übergiffe und sexuellen Mißbrauch

Die fundierte Ausbildung der “Core-Teachers” ist die Grundlage und deshalb brauchen wir dafür sehr genaue Ausbildungsgrundlagen als Referenz. Beim Wechsel von Projektleitern muss sichergestellt sein, dass die Kompetenz erhalten bleibt und die Kontinuität des Projektes nicht gefährdet wird.

In einem Abschlusstreffen mit den “Core-Teachern”, Experten und Projektleitern haben wir uns darauf geeinigt diese Arbeit fortzusetzen. Als nächstes wollen wir umfassende Lehrmittel für die Schulung entwickeln, von Lehrfäden für Lehrer, über Lehrbücher und Demo Tools, zu einer angepassten Zeichensprache.

All das wäre ohne eure Unterstüztung nicht möglich – danke Euch!

Säen – Pflegen und Ernten ….. Teil 1 – Säen

WWO – viele Neuigkeiten

Liebe Freunde und Unterstützer

während wir die neuen WWO Projekte auf den Weg bringen, bringen wir die “Ernte” der bestehenden Projekte ein – WWO ist ein wenig wie ein Zyklus von säen und ernten – wir suchen die Samen sorgsam aus, achten darauf, dass wir sie dort einpflanzen wo sie die besten Wachstumsbedingungen haben, gießen und düngen sie wenn nötig und wenn uns das Glück gewogen ist und wir unsere Arbeit ordentlich gemacht haben, gibt es eine gute Ernte….

Von dreien dieser Projekt will ich euch in den folgenden Blogs berichten – beginnend mit unserem

Disablilty Workgroup Projekt!

Im April dieses Jahres wurde wieder ein Projekt mit der Disability Work Group (DWG) zu Ende geführt. Gemeinsam mit allen in dieser Gruppe beteiligten Partnern arbeitet die DWG daran, die Lebensumstände der Menschen mit Behinderungen in Vietnam zu verbessern. Im aktuellen Projekt fanden 2013 und 2014 vier Workshops statt, in denen kreative Hilfsmittel für den Unterricht behinderter Kinder, Wassertherapien, der Bereich autistischer Behinderungen und die Thematik der Barrierefreiheit vermittelt wurden.
Die Teilnehmer wurden sorgfältig als Multiplikatoren aus Behinderteneinrichtungen in Ho Chi Minh City (HCMC) und den umliegenden Provinzen ausgewählt.

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Einfach herzustellende Hilfsmittel, die in den Workshops erstellt und angewandt wurden

Besonders wichtig war uns das Feedback der Teilnehmer. Für 65% waren die Inhalte neu und 96% der Teilnehmer gaben den Workshops und ihren Inhalten gute bis exzellente Beurteilungen.

So fanden die Ideen, Hilfsmittel für den Unterricht anzuwenden, die aus Recycling Materialien gemacht und leicht herzustellen sind, großes Interesse.

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Teilnehmer bei den praktischen Übungen der Wassertherapien

Positiv wurde auch beurteilt, dass die Übungen im Rahmen der Wassertherapie sehr praxisorientiert waren und die Teilnehmer alles unmittelbar probieren und anwenden konnten.

Besonders der Bereich Autismus bedarf noch sehr viel Aufklärung, die in den Workshops in den Bereichen von Grundlagen, den unterschiedlichen Erscheinungsformen, der Diagnose und des Unterrichts autistischer Kinder vermittelt wurde.

Im Bereich der Barrierefreiheit wurden eine Reihe von einfachen Anwendungen erarbeitet, die behinderten Menschen in der Bewältigung des Alltags helfen.

Im Rahmen dieses Projektes arbeitet die DWG auch an einer umfassenden Datenbank, die mittlerweile 250 Kontakte umfasst, 51% davon Organisationen, (wie Heime, NGO, Vereine), 32,5% Behindertenschulen, 15% medizinische – und 1,5% andere Einrichtungen.

Von den beantragten und genehmigen 1300 US$ Projektgeldern hat die DWG bisher nur 780 US$ ausgegeben und das ohne jegliche “Abstriche” bei der Projektgestaltung – ein Beleg dafür wie sorgsam mit den Spenden gearbeitet wird.

Das einzige Projektziel, dass derzeit noch nicht vollständig erreicht ist, ist der Abschluss einer vietnamesischen Webseite mit allen Workshopinhalten. Hier müssen noch einige Skripten in´s Vietnamesische übersetzt und auf die Webseite gestellt werden, dies soll aber in den nächsten Wochen erfolgen.

Vor und Nachteile aus diesem Projekt – wir möchten aus jedem Projekt lernen…..

Projekte wie dieses erlauben der DWG direkt mit vielen Organisationen zu arbeiten, die im Bereich behinderter Menschen tätig sind, und so auch deren Arbeit und Bedürfnisse besser zu verstehen. Während der Workshops können sich die Teilnehmer vernetzen und lernen die Lehrpläne und Herangehensweisen der anderen Organisationen kennen. Dadurch entstehen wichtige Kontakte und Synergien.
Schwierigkeiten bereitet es aktuell noch, die besten Vortragenden zu finden, da diese häufig aus dem Ausland kommen und die Übersetzung oft eine sehr anspruchsvolle und schwer zu bewältigende Hürde darstellt – dies vor allem, da es sich um sehr spezifische Themen handelt.
Was wir als Projektpartner bei diesem Projekt vor allem lernen, ist, dass nicht nur die großen und häufig internationalen NGO´s gute Ideen und Projekte durchführen. Lokale NGO´s oder Vereine/Gruppen haben ausgezeichnete Ideen, die manchmal nur ein wenig Unterstützung und Beratung brauchen, um umgesetzt zu werden – hierfür wurde DWG ins Leben gerufen!

Der große Erfolg der Workshops zeigt auch wie wichtig deren Durchführung ist, und wie sehr die Weiterbildung benötigt wird. Hierfür wird die DWG die aus den Workshops erstellten Bedürfnisprotokolle genau analysieren, um die Themen für 2014/15 auszuwählen ….. 2015 …. ja wir wollen das mit eurer Hilfe in jedem Fall weiter fördern!

Danke!

Diesen Bericht habe ich aus dem Abschlussbericht von Georges Nguyen Anne-Laure erstellt und wir können Interessierten alle unsere vollständigen Projektberichte in englischer Sprache zur Verfügung stellen.

Trauer und Zuversicht

 

Mit großer Traurigkeit müssen wir vermelden, dass unser wundervoller Freund und Projektkoordinator Nurudeen Bah auf dem Rückweg von einem Projekteinsatz tödlich verunglückt ist.

Wir sind unendlich traurig.

Mit ihm entstand die kämpferische Vision der Eigenverantwortung der Projektnehmer. Gemeinsam haben wir unsere Projektpartner immer wieder an die Hand genommen, geführt, ausgebildet, auf Nachhaltigkeit und Selbstverantwortung hingewiesen, Rücklagenbildung eingeführt, Unternehmensideen gefördert. Es war Nurudeens Überzeugung, dass es nur so geht, Capacity Building, die Förderung der Fähigkeiten der Betroffenen, war seine Vision.

Seine Überzeugung, seine Kompetenz, seine Weisheit, seine Warmherzigkeit – sie sind beispielhafte Wegweiser seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Sein Tod ist uns Verpflichtung sein Engagement fortzuführen.

Mit allen Dorfbewohnern von Chamen, Dutabullu, Jumansar und Kalataba werden wir seine Visionen umsetzen.

Seine Familie und Freunde begleiten wir im Gebet.

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Prana im September

 

ES IST ALLES GOLD WAS GLÄNZT

von Hilde Link

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Es ist alles Gold was glänzt. Zumindest für Yuonni und ihre Freundinnen.

Ich hatte schon gesagt, dass wir in unserer Schule darauf  Wert legen, Eigenständigkeit und Kreativität, was unmittelbar zusammenhängt, zu fördern. Deshalb bieten wir speziellen Unterricht an, der die Kinder dazu anregt, selbständig Ideen zu entwickeln und diese in die Tat umzusetzen. Angefangen hatten wir mit einer sogenannten “Projektwoche”. Aber die Kinder schlugen vor, dass Zeichnen, Malen und Basteln doch Teil des fortlaufenden Unterrichts sein sollten. Diese Anregung haben wir aufgenommen, und so haben die Mädchen mit Goldpapier Schmuck gebastelt und sich gegenseitig fotografiert. Denn schön zu sein, das ist für 14-jährige das Wichtigste im Leben.

Ich persönlich habe eine neue Erkenntnis gewonnen: Mädchen in der Pubertät sind doch überall auf der Welt gleich.

 

Prana im August

 

Nach der Fussball WM: Jetzt ist Cricket angesagt!

 von Hilde Link

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Wir, also wir Deutschen, sind Fussball-Weltmeister. Das ist das eine.

Das andere:  Wir, das Cricket-Team von Periyamudaliyarschavadi, haben einen Pokal gewonnen. Das ist was! Ist die deutsche Weltmeisterschaft einmalig in der Geschichte des Fussballs? Nein. Ist ein Cricket-Pokal einmalig in der Geschichte meines Kaffs in Indien? Ja. Na also.

Seit Jahren unterstützen wir den Cricket Verein in unserem Dorf. Er konnte  wegen unserer Hilfe, genau genommen wegen Ihrer Hilfe, überhaupt erst gegründet werden. Das Alkoholproblem hier in der Gegend ist gross, zu viele herumhängende Jugendliche ohne Arbeit vergnügen sich mit der Ausübung von Gewalt. Aus lauter Langeweile. Über die positive Wirkung von Sport ist viel geschrieben worden. Alles ist wahr, alles ist richtig, alles ist genau so: die jungen Männer kommen auf andere Gedanken und kanalisieren ihre überschüssige Energien in sportlichen Ehrgeiz.

Und so kam es, dass wir einen Pokal gewonnen haben.

 

 

 

 

Ein Herz für Leo

von Hilde Link
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Dem Leo habe ich aus Deutschland ein rotes Plüschherz mitgebracht. Mit schwarzen Buchstaben ist darauf gestickt: Ich  liebe Dich. Denn ich liebe Leo. Niemand, auf den ich mich so freue, wenn ich nach Indien komme, wie auf Leo. Niemand, von dem ich so schwer und mit Tränen Abschied nehme, wie von Leo. Wenn Leo meine Stimme hört, lacht er aus voller Kehle und strampelt mit den Beinen. Sehen kann er mich nicht, denn er ist blind.  Sprechen kann er ein wenig, trotz seiner schweren geistigen Behinderung. Wenn ich komme und sage: „Hallo Leo“, dann ruft er ganz laut und voller Freude: „Hallo Leo!“ Leo ist jetzt siebzehn und eines unserer ‚Glückskinder‘. Jeden Tag bekommt er physiotherapeutische Behandlung und Sprachtraining. Das hätte sich kein Mensch träumen lassen, dass Leo einmal stehen kann und sprechen lernt.

Wenn Leo mein Herz an seine Brust drückt, dann kommt mir schon mal der Gedanke: ‚Wenn einer hier normal ist in diesem Wahnsinn von Indien, dann ist es Leo.‘ In diesem Wahnsinn, wo vorne im Dorf Frauen mit Kerosin übergossen und angezündet werden, wo betrunkene Männer ihre kleinen Kinder auf den Boden schmeißen, weil sie nicht wissen, wohin mit ihrer Wut, wo ganz normale Ehefrauen zu Nutten werden aus lauter Not, wo Wucherer ganze Familien in den Selbstmord treiben.

Ach Leo, wie schön, dass es dich gibt!

Home learning box for children with disability – Projektbericht (englisch)

REPORT ON
THE PROJECT IMPLEMENTATION
(Period: from January 2014 to May 2014)

I. Background

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In Binh Thuan province in general and Duc Linh district in particular, many children with disabilities and special needs have the prospect of a poor future. They either receive no education, or leave school at an early age resulting in bleak future prospects. With limited life or social skills, no ability to read or write, they are destined to remain in a life of poverty with no independence.

Under funding from Help Alliance & Saigon Children’s Charity, since January, 2014 Thien Chi centre has developed and implemented a Home Learning Box program for children with Special Education Needs (SEN) who, due to circumstances beyond their control, are housebound, or are unable to cope in a normal school environment.
The program aims to identify and support more children with Special Education Needs (SEN), provide home tutors to plan and monitor individual support, deliver life and social skills programs promoting the benefits of education and independence, and assist an under-privileged and neglected group of our community to reach their full potential.
Each Home Learning Box contains brightly coloured items, games, activities and worksheets selectively chosen to interest and stimulate the child intellectually while also providing an opportunity for Thien Chi’s home tutors to teach the child’s family new ideas for caring and teaching their child. Each Home Learning Box will be created with each child’s particular needs in mind.

II. Situation of project implementation

2.1. Achieved results toward objectives

  • - In January the health and education team carried out assessing children with SEN using our funtional assessment form. A commitment to ensure parents’ co-operation in the Home learning box program was signed between Thien Chi and the families.
  • - In March, Thien Chi Duc Linh, purchased teaching materials for children with SEN at home and supported each child depending on their individual special needs. Since April, the tutors have assigned weekly worksheets for the children based on a suitable teaching plan and using appropriate learning strategies.
  • - Currently, there are 30 children with SEN being followed up or supported by a Home Learning Box (HLB) at Sung Nhon, Mepu, Vo Xu, Duc Tin, Duc Hanh and Tra Tan communes once a week by Thien Chi tutors.
  • - After a few months, according to the tutors’ assessment, the children have developed positively.
  • - The children demonstrated learning consciousness and some social and life skills such as: neatness, cleanliness, confidence in communication and expressing themselves and being polite to visitors.
  • - Some children who started with limited knowledge are now familiar with some basic concepts such as: addition, subtraction, colour, shape. They can count by rote and do simple calculations.
  • - In Vietnamese, these children began to get acquainted with words and simple sentences through using whole words. Many children are encouraged to write their full name by themselves, recognise the letters of the alphabet and decode words.
  • - The most significant progress has been in the children’s increased attention and belief of parents in the program. Gradually, the parents have actively co-operated with Thien Chi’s staff delivering the program to participate in the child support process.

 

2.2. Results that have not been achieved towards objectives

 

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In general, all current activities of the program have been implemented towards the required objectives. Because of the long distance between communes where the program is being implemented in the district, the parents workshop was divided into 2 groups of parents (group 1: Mepu, Sung Nhon and Vo xu communes, group 2: Tra Tan, Duc Tin, Duc Hanh communes). However, the number of parents of the group 1 participating in a training workshop did not reach the expected target of 30 (just 22 parents participated in the training) because most poor parents were busy earning money. The team will continue to organise workshops for the remaining group and the parents (belong to group 1) who didn’t participate at a date to be fixed .

III. Advantages and disadvantages

3.1. Advantages

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  • - The staff delivering the program have gained experience inassisting children with SEN. They are better able to identify needs and support children who meet the criteria for the program.
  • - The staff delivering the program are very enthusiastic and have a good relationship with the children and their families.
  • - The Home Learning Box program has created good opportunities for the staff to understand the situation of the children’s families and are in a better position to observe and assess the child’s progress, detect changes and make suitable adjustments to the learning program.
  • - The program receives good co-operation from families in learning and playing with the child at home.
  • - The children demonstrated interest in the worksheets and teaching methods of the Home Learning Box program. They have participated in the learning actively and effectively

3.2. Disadvantages

  • - Most of the children come from disadvantaged families whose parents are busy tending rice, doing field work, or working as casual workers. Some parents are really reluctant to attend learning sessions with the child and the tutor, or they don’t have much time to work with their child at home. Moreover, some parents are illiterate, so they have difficulty in following up on our teaching strategies.
  • - Thien Chi staff have little experience in special education, so their ability to work with some children with more severe special needs such as Down syndrome, Autism or behaviour disorders is limited.
  • - It takes time traveling to the children’s houses. Most of their houses are located at remote areas. Consequently, the time spent working with the children is more than initially planned.
  • - At least 2 staff (one male and one female) support one child together to prevent the risk of sexual abuse of the children, especially young girls. However, this issue wasn’t anticipated in the project proposal. As a result, when the project was implemented, in reality, we needed more human resources and the budget was also doubled.
  • - We also have lots of difficulty with maintenance of learning material’s at the children’s home. For example, pens and colour boxes that the tutors left for the children to practice skills at home and were asked to protect carefully, were usually lost.

IV. Lessons learnt

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  • - Working with children in general and children with disabilities in particular, required both specialistknowledge, skill and creative thinking. Understanding and treating the child with respect is also required. Children are not forced but enough firmness is used so children know the rules.
  • - It was more effective to teach the children with SEN with concrete materials that they can see and touch. In addition to academic knowledge, it was very important and necessary for the children with SEN to be taught social and life skills. It took time to change and establish a more suitable behaviour.
  • - As well as supporting the children with SEN with a Home Learning Box, we were also interested in their health and family situation. For example, some children from poor households were sick and Thien Chi supported them with medical diagnoses and treatment.

V. Conclusions and recommendations

The Home Learning Box program meets the requirements and expectations of parents of children with SEN. It builds the parents’ belief in better chances for their children. It also helps the children to more confidently integrate into their community.

VI. Suggestions

In order to have a long term impact, the team recommends the following:

  • - Create conditions for children with SEN to have opportunities to interact with each other through some activities such as picnics, musical performance so they can express themselves and be more confident in integrating into their community.
  • - In addition, to increase sustainability of the program, it will be necessary to train local people to teach local children.
  • - Two existing staff have been assigned to deliver the project. However, two more staff are needed to meet the actual requirements of effective implementation of the program. Therefore, the need is to raise additional funds for their salary and allowances of transport leading to our suggestion of an additional budget for two new home tutors. (Please see the worksheet “balance budget” and “additional budget” files attached in detail). While waiting the approval of SCC funding, we’d like to express our deep gratitude to your interest in our project.

VII. Plans for next Steps

Continue following up and supporting children with SEN in order to meet the next 6 months objectives

  • - Organise workshops for parents and staff delivering the program with topics: teaching strategies in maths, Vietnamese language (oral and written) and communication and self – help skills
  • - Assessment of project implementation during the final 6 months

Bình Thuận, 26 June 2014
Reporter: Vũ Thị Ánh – Vice Director cum Fundraiser
Organization: Thiện Chí centre for community support and development

 

Prana im Juni

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Der Integrationsturm

von Hilde Link

Strand –  wer verbindet mit diesem Wort nicht angenehme Fantasien oder gar Erinnerungen….. Der Schnittpunkt von Wasser und Land ist immer etwas Besonderes. Auch im Prana-Projekt. Da ist der Strand, und sei er noch so verdreckt, der Treffpunkt für Kinder. Ein Freiraum, unabhängig von Kasten und Religionsgemeinschaften, in dem gespielt und herum getollt werden kann. Der Strand ist die Plattform, auf der Integration sich vollzieht. Unsere „Glückskinder“, aus überaus problematischen Familien stammend, Kinder, die abgeschoben worden sind in Heime, Kinder, von denen man sagt, sie brächten andern Unglück – diese Kinder  bilden Spielgemeinschaften mit den Kindern aus den umliegenden Dörfern. Sogar einen gemeinsamen Turm haben sie mit Akrobatik und Mut gebaut. Ich nenne ihn den „Integrationsturm“.

 

Warum….?

Warum mache ich das?

Als ich mich vor einer guten Woche von Zuhause wieder auf den Weg mache, schießt dieser Gedanke in den Kopf, warum machst du das und es fällt mir schwer meiner Familie wieder „Tschüss“ zu sagen.

Und heute sitze ich in unserem A340 von SGN (Ho Chi Minh City) nach Frankfurt und es ist ein wenig das gleiche Gefühl im Bauch, dass einem eigentlich zum heulen ist, weil man etwas zurücklässt, was einem sehr wertvoll ist. Und über dieses Warum geht es in diesem Blog an euch, warum machen wir das?

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Vorstellung der einzelnen Projekte

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HA -SCC Workshop

Nachdem wir Montag mit unserem Partner vor Ort der Saigon Children´s Charity (SCC) die Arbeitsbereiche Working with Others (WWO) – unser Programm für Behinderte – das Patenschaftsprogramm und unseren Bedarf für kurzfristige direkte Hilfen, wie z.B. Fahrräder und Schultaschen durchgesprochen haben, treffen wir am Dienstag in einem gemeinsamen Workshop fast alle Projektpartner der 38 durchgeführten WWO Projekte der letzten 4 Jahre.

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Die Ergebnisse werden präsentiert

 

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Arbeitsgruppe Blinde & Taubstumme

 

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Arbeitsgruppe mehrfache Behinderungen

 

Hien und Huong – verantwortlich für das WWO Programm bei SCC haben alle diese Projekte ausgewertet, wir haben unsere Lehren daraus gezogen und wollen gemeinsam mit den Partnern besprechen, wo wir Fehler gemacht haben, wo wir unsere Ressourcen – die Zeit – die Menschen – aber auch das von euch gespendete Geld – besser einsetzen können, um WWO weiter zu verbessern. Spannend für uns, denn nur wenn es keine Pflichtveranstaltung wird, sondern ein wirklich aktives Zusammenarbeiten – ein Austausch und ein offenes Auseinandersetzen mit der Arbeit, wäre das ein Erfolg.

IMG_7352Und es wird ein Erfolg – in den 4 Gruppen , in denen wir die einzelnen Bereiche der Behinderung zusammenbringen – nämlich Sehbehinderungen, Hörbehinderungen, autistische und enwicklungsverzögerte Behinderungen und mehrfach und andere Behinderungen – wird intensiv an unseren Fragestellungen gearbeitet und die Ergebnisse präsentiert und gemeinsam diskutiert. Es ist beeindruckend wie viele gute Ideen hier eingebracht werden, wie genau Problemfelder identifiziert werden und entsprechend Vorschläge an uns herangetragen werden, um Dinge innerhalb von WWO anzupassen und zu verbessern. Wir, genauso wie alle Teilnehmer wissen am Abend erheblich viel mehr, als durch unsere eigenen Erkenntnissen aus den Projekten möglich wäre. Aber was fast noch erfreulicher ist – alle waren mit vollem Engagement dabei, das zeigt uns, dass wir mit dem Program auf einem guten Weg sind.

Dienstag früh geht es zur Small Steps Special School – IMG_7355eine Privatschule für entwicklungsverzögerte Kinder. Dort läuft mit unserer Hilfe ein Projekt zur Erstellung von Bilderbüchern, das die Kommunikationsfähigkeiten der Kinder adäquat ihrer Möglichkeiten voranbringen soll. Im Rahmen der Förderung ist diese Methodik ein ganz wichtiger Baustein und das erforderliche Know How in Vietnam noch kaum vorhanden. Dieses Projekt soll dazu beitragen, angepasste Lehrmethoden und Know How zu verbessern. Wie bei jedem Projekt geht es uns auch darum, selbst dazuzulernen.

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Einzelungerricht in der Small Step School

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Von dort geht es weiter nach Binh Duong. Dem dortigen Thuan An Center für Hörbehinderte haben wir bei der Realisierung von Workshops für die Ausbildung von Lehrern und Spezialisten für diese Behinderung geholfen. Aber auch hier ging es um Hilfe und Lernen zugleich. Denn das Schema, das die Global Foundation, die Trägerorganisation der Workshops erarbeitet hat, ist hervorragend geeignet um für andere Behinderten IMG_7365Bereiche ähnliches durchzuführen.

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Unterricht im Thuan An Center

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Und genau das wollen wir nach der Auswertung der bisherigen Projekte in Angriff nehmen. Die Ergebnisse des Workshops haben uns darin noch einmal deutlich bestärkt. Auch hier erreichen wir das gesteckte Ziel Nguyen Thanh Thu Thuy, die Schulleiterin für unsere Ideen zu gewinnen. Gegenseitiges Helfen, jeder bringt etwas wesentliches ein, das Prinzip von WWO lebt. Spät aber sehr zufrieden kommen wir nach Ho Chi Minh zurück.

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IMG_7372Mittwoch geht es zum nächsten aktuellen Projekt, der Special School District 10 Schule. Da sich das Bildungsministerium, nachdem wir das Projekt genehmigt hatten, etwas mehr ins Zeug gelegt hat und die Kosten für die Therapieräume übernommen hat, konnten die gesamten 1890€ die wir für diese Projekt genehmigt hatten für die Ausbildung und das Training der Lehrer genutzt werden. Wir wollen zum Beispiel folgende Dinge erfahren : wie ist das Verhältnis von privaten und öffentlichen Schulen im Bereich Autismus, welche Kosten kommen auf die Eltern zu, welche Auswahlkriterien gibt es, auf welchem Wissenstand sind die Schulen selber.IMG_7374

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Natürlich schauen wir uns auch hier an, wie all das umgesetzt wird und auf welchem Stand die Schule tatsächlich ist. Von dort geht es weiter – ich gebe es zu – zu meiner „Lieblingsschule“ – einfach weil die Kreativität der dortigen Schulleiterinnen mich immer wieder vom Hocker haut. Ihr könnt dazu mehr in einem früheren Blog finden (http://blog.helpalliance.org/2012/08/training-fur-den-alltag-fur-geistig-behinderte-kinder/). IMG_7396IMG_7406

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Die Huong Duong (Sonnenblumen) Schule ist eine staatliche Einrichtung für Behinderte und hat es geschafft, eine zweite Schule für diesen großen District einzurichten, die nach dem erfolgreichen Modell der schon von uns geförderten Ersten arbeitet. Ich werde auch diesmal nicht enttäuscht. Während viele private Schulen versuchen, ausländisches Know How „nur“ zu kopieren und damit oft auf sehr teure Therapieräume und Hilfsmittel angewiesen sind, haben die Spezialisten und Lehrer an der Huong Duong Schule damit begonnen, mit natürlichen Materialien zu arbeiten.

So nimmt das Pflanzen, Ziehen, Pikieren und Ernten von IMG_7438Gemüsen und Kräutern einen wesentlichen Teil des Lehrplans ein – zum Eigenverbrauch in den „Life Skill“ Kursen, aber in Zukunft sollen auch die Eltern diese Produkte von ihren behinderten Kindern (anstatt am Markt) kaufen können – und so die Leistungen der Kinder noch mehr wertschätzen. Das im Rahmen der Arbeit mit den Pflanzen alle modernen didaktischen Inhalte für entwicklungsbehinderte Kinder umgesetzt werden ist dabei natürlich ein ganz wichtiger Aspekt. Wir tauschen uns auch hier intensiv über unser geplantes Projekt zu einer mehrjährigen Fortbildung für Lehrer im Bereich Autismus aus. In den öffentlichen Schulen haben Kinder armer Familien gleichen Zugang, weswegen „reichere“ Eltern oft abgewiesen und auf die privaten Schulen verwiesen werden. Ca. 700.000 VND (~25€) monatlich müssen die Eltern an den öffentlichen Schulen vor allem als Essensbeitrag aufbringen, die Kosten an privaten Schulen variieren von 4,5 -8 Millionen VND (~157€ – 280€). Um auch Kindern aus den ärmsten Umständen einen Zugang zu ermöglichen, möchten wir sie demnächst in unser Patenschaftsprogramm aufnehmen, denn sie können auch 25€ nicht finanzieren.IMG_7455IMG_7456IMG_7457

 

 

 

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Hien mit den Schulleiterinnen der Sonnenblumen Schule

Hien hat diese Besuche exzellent geplant. Es ging ihr darum, mir zu vermitteln, was wir aus WWO gelernt haben, wo wir ansetzen können um Dinge wirklich verändern und Wissen auf einer breiten Basis weitergeben zu können – nämlich für den Bereich autistischer Kinder ein Bildungsprogramm aufzusetzen wie es die Global Foundation für hörbehinderte Kinder bereits macht. Ca. 30% der Kinder in unseren Projekten sind Autisten – viele der öffentlichen Schulen lehnen die Aufnahme dieser Kinder ab, weil sie kein Wissen über den Umgang haben und mit der Betreuung völlig überfordert sind. IMG_7466Hiens Vision ist es , hier ein mehrjähriges Fortbildungsprogramm durchzuführen und die erste Aufgabe bis Ende dieses Jahres wird es sein , alle erforderlichen Grundlagen zusammenzutragen , die es uns ermöglichen, dieses Projekt durchzuführen – einen Partner dafür gibt es bereits, nämlich das National College of Education und das Feedback aller Workshopteilnehmer und unserer aktuellen Projektpartner ist überwältigend positiv. All das diskutieren wir bei SCC an diesem Nachmittag und Paul Finnis – Director von SCC – und „Vater“ des WWO Programms stellt eine kritische Frage nach der anderen an Hien, die aber nach wochenlanger Vorbereitung mit fundiertem Wissen für ihre Sache kämpft. Es ist noch völlig offen, ob uns der Start dieses Projekts gelingt – es liegen noch Monate Arbeit davor und wenn wir Ende des Jahres soweit sind und Help Alliance dann dem Funding zustimmt, ist das erst der Anfang der „wirklichen“ Projektarbeit.

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v.l. Huong – Dung Vu – Mrs. Vo Thi Khoai – Hien

Am Freitag bringt meine gute Freundin Dung Vu, selbst als Boatpeople geflüchtete Vietnamesin, die in Kanada lebt und mehrere Monate im Jahr ihr Wissen als Autismus Spezialistin an der von uns geförderten Kai Tri Schule weitergibt, Mrs. Vo Thi Khoai mit. Sie ist die in Vietnam anerkannteste Spezialistin auf diesem Gebiet und wir haben sie damit für unsere Planung mit im Boot. Mit unserer SCC Sozialarbeiterin Huong – die über die letzten zwei Jahre all dies mit ihrer akribischen Arbeit für WWO möglich gemacht hat -spreche ich noch über all die anderen Dinge, an denen wir noch gemeinsam mit SCC arbeiten – wie wir die Ressourcen am besten verteilen und das wir weiter darauf achten wollen „langsam und achtsam“ zu arbeiten, um die Qualität der Dinge die wir tun zu erhalten.

Es ist Freitag Abend – ich hatte in der Woche auch noch alte Sozialarbeiter aus früheren Projekten und Freunde, die mit anderen NGO´s arbeiten, getroffen – und fahre zusammen mit Hoa, Lufthansa Mitarbeiterin in Saigon, die unserem Help Alliance Team Vietnam seit Beginn angehört zum Flughafen und wir tauschen uns noch einmal über die Arbeit aus.

Und nun sitze ich am Gate – und mir wird klar, wie wertvoll mir all diese Menschen sind die auf der Gegenseite des Profits arbeiten – die dort arbeiten wo es um Menschlichkeit geht und dabei vor allem im Auge haben, wie wir nachhaltig helfen können. Mir wird wieder klar, welch unglaubliches Glück es ist, daran beteiligt sein zu dürfen.

Darum mache ich das – und nach der Woche sind wieder alle Zweifel verflogen…..

Was ich allen Spendern versprechen kann – wir alle arbeiten mit unserer größtmöglichen Sorgfalt daran mit euren Spenden sehr viel Nutzen für die Menschen zu erzielen. Dafür, dass ihr uns diese Arbeit ermöglicht, ein herzliches „Dankeschön“

Prana im Mai


Programm gegen sexuelle Übergriffe im Prana-Projekt

von Hilde Link

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Wenn man die Zeitung aufschlägt, egal ob in Indien oder in Europa, dann liest man von Vergewaltigungen in Indien, von Vätern, die sich wehren, von Tätern, die ins Gefängnis gekommen sind. Die Kinder lesen im Prana-Projekt Zeitung in englischer Sprache. So ist die Idee bei einigen Mädchen entstanden, ein Programm gegen sexuelle Übergriffe zu entwerfen, das man später dann auch in öffentlichen Schulen bekannt machen könnte. Ein Theaterstück sollte es sein, das Gefahren für Mädchen und Frauen aufzeigen sollte, also ein Präventionsprogramm. Darsteller sind ausschließlich Mädchen (wegen der Übergriffs-Szenen). Zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern konnte schon bald eine Aufführung aus dem Lebensalltag stattfinden:

Ein Mädchen wird in der Schule von einem Klassenkameraden in der Klasse selbst oder beim ‚Nachhilfeunterricht‘ belästigt. Das Mädchen wagt nicht, sich zu wehren. So ist es eben erzogen worden. Schließlich vertraut es sich der Lehrerin an. Diese spricht mit den Eltern des Jungen, die ihr Kind in Schutz nehmen. Da schaltet sie die ‚Female Police‘ ein. Das sind Polizistinnen, die seit Neuestem speziell für Frauen da sind, die ein Problem mit Männern haben. Die Polizistinnen ermahnen den Jungen  und dessen Eltern.

Wichtig an diesem Stück ist, dass ein Bewusstsein geschaffen wird, und zwar auch für die Jungen. Die müssen lernen, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat, denn das ist neu. Und dass sich Mädchen nicht alles gefallen lassen müssen.

„Super!“, kann ich da nur sagen. „Ganz toll, diese Initiative unserer Prana-Mädchen!“

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Ghana Reisebericht / März 2014

„Anoshe Women Project“ / Stiftung Sabab Lou

Von Gambia geht es für uns postwendend weiter nach Ghana. Um eine 10-stündige Busfahrt nach Tamale zu vermeiden, nehmen wir einen 1-stündigen ´Starbow´-Flug. Fast schon dachte ich, dass der Platz neben mir frei bleiben würde, da sehe ich einen massigen Mann die alte Tupolev betreten. Vorwärts geht nicht, er versucht es im seitlichen Nachstellschritt. An unserer Sitzreihe angekommen, deutet er auf den Platz neben mir. Nein, das ist jetzt nicht wahr! Höflich stehe ich auf, der Mann windet sich zum Sitz. Natürlich passt er nicht hinein, die Armlehne bricht aus. Und wo bitte soll ich jetzt sitzen? Anstandshalber versuche ich es, aber selbst mit meinem Zwergenmaß scheitere ich. Jump Seat also.

In Tamale schlägt uns eine Hitzewelle entgegen, die Temperaturen sollten über den Tag noch auf 40 Grad + klettern. Keine Spur mehr von der Üppigkeit des Südens, vorherrschende Farbe: braun.

vorherrschende Farbe: braun

vorherrschende Farbe: braun

Nach 5 Stunden kommen wir in Chereponi an und beginnen direkt mit der Bestandsaufnahme des Projekts. Anders als in der vergangenen Saison, hatten die Frauen mit extremer Dürre zu kämpfen. So konnten nicht alle 350 Felder unserer in der Anoshe Women Group (AWG) organisierten Frauen gepflügt werden, sondern nur 320. Und die Ernte war mager. 27 Frauen haben es nicht geschafft den ausgegebenen Kredit für den Feldfrüchteanbau zurückzuzahlen. Die Gruppe konnte jedoch mit dem gestiegenen Preis für Soja die Verluste nahezu kompensieren. Beeindruckend für uns, dass die Gruppe darauf besteht, dass die 27 Frauen ihre Rückzahlungen in der diesjährigen Saison zusätzlich leisten sollen. Die Frauen bestehen auf Gleichheit, sie unterstützen den Wettbewerb, sie wollen jede in ihren Dörfern die Besten sein. Bewundernswert. So sind auch in gemeinsamer Entscheidung mit Nicholas, unserem Projektleiter, diesmal die Mikrokredite nur an die Frauen aus Kpaboku ausgezahlt worden. Über drei Monate können sie damit Kleinhandel betreiben und so noch etwas dazu verdienen. Eine Kombination von Maßnahmen, die aus unseren positiven Erfahrungen aus unserem Mikrokreditprojekt resultieren.

Einen weiteren wichtigen Punkt sprechen wir an diesem ersten Arbeitstag noch an: wir wollen das AWG Projekt institutionalisieren. Wir wollen, wie in Gambia, eine lokale NGO gründen, die den dauerhaften Fortbestand des Projekts sichern soll. Nicholas ist sehr angetan von der Idee, und vereinbart gleich ein Interview mit einem möglichen Kandidaten für die Position eines Office-Managers, der die administrative und finanzielle Abwicklung übernehmen könnte. Die Dynamik, die diese Idee auslöst, kann die Erschöpfung des anstrengenden Reisetages nur kurzweilig lindern. Die Hitze will auch in der Vollmondnacht nicht weichen, wir schlafen im Innenhof des Compounds in unserer eigenen Pfütze.

im compound

im compound

 

Am nächsten Tag geht es in die Dörfer Chere-Nakaku, Ando-Kajura und Nansoni. Alle Frauen benennen die Entbehrungen und Rückschläge durch die Dürre, aber auch die unerschütterliche Hoffnung in dieser Saison erfolgreicher zu sein. Sie erwähnen den dringenden Wunsch nach einem zweiten Traktor, der mehr Felder pflügen möge, und auch die Anschaffung eines Anhängers, welcher mehrere Transportengpässe lösen könnte. Eine weitere Idee löst ebenfalls einhellige Zustimmung aus: der Bau eines zentralen Lagerhauses. Alle Frauen könnten ihre gesamte Ernte an die AWG Organisation verkaufen, diese wiederum könnte die Ernte bis zu einem günstigen Zeitpunkt einlagern und dann als Großkunde die Zwischenhändler ausschalten. Neben all diesen strategischen Plänen hören wir auch die Sorgen bezüglich nachlassender Bodenfruchtbarkeit an. Diesen Aspekt werden wir in der Vorbereitung einer zweiten 4-köpfigen Studentengruppe der Universität Hohenheim betonen. Wir müssen den nachhaltigen Erfolg dieser von Mühsal geplagten Bäuerinnen sichern. Und so abgearbeitet und ausgezehrt sie sind, sie beschenken uns mit ihrem Dank. Dank dafür, dass sie mit unserer Unterstützung überhaupt erstmals ein eigenes kleines Einkommen generieren konnten. Unvorstellbar, wie ihr Leben ohne diese Einnahme war, die Armut in diesem vergessenen Landstrich ist erschütternd.

Frauen in Nansoni

Frauen in Nansoni

Der einbestellte Kandidat Abdullahi Baba macht einen aufgeweckten Eindruck, und ist scheinbar versiert in allen Büroarbeiten. Versuchen wir es mal. Ein kleines Büro und notwendige Einrichtung geht in die Planung. Für Nicholas heißt das mehr Freiraum für die strategische Weiterentwicklung des Projekts unter der Prämisse, dass die Frauen Einkommen erwirtschaften und ihre Lebensumstände dadurch selbst verbessern können. Natürlich stellen wir uns die Frage, ob nicht auch diese Frauen eine Bewässerungsanlage verdient hätten. Die Wassersituation ist verheerend, von sauberem Trinkwasser ganz zu schweigen. Zum einen ist die Erfolgsquote für Wasserbohrungen ob schwieriger geologischer Formationen 1:10, zum anderen sind die Einkommensmöglichkeiten für die Frauen, selbst mit unserer Unterstützung noch zu begrenzt, um eine solche Anlage refinanzieren zu können. Und wir werden nur Projekte anschieben, die in Eigenverantwortung und Eigenregie dauerhaft weitergeführt werden können. Sonst hätten wir einmal mehr das Abziehbild des Gönners hinterlassen, ohne wirklich etwas zu verändern.

Am Abend gehe ich beim Weber vorbei, ich hatte gesehen, dass sein steinbeschwerter Kamm mit den Spannfäden sich erheblich verkürzt hat. Eine Rolle mit 4 Yards wunderschönem Band ist entstanden, woraus Schneider die herrlichen traditionellen Umhänge kreieren. Zwei Tage, je 12-stündige Webarbeit für 15 Cedis Profit = weniger als 5,- Euro. Bescheiden, aber er kann seine Familie ernähren. Wie hart Menschen arbeiten müssen, nur um sich und ihre Familien ernähren zu können – wir sind jedes Mal ergriffen, überwältigt und beschämt.

Weber in Chereponi

Weber in Chereponi

So auch am nächsten Tag, bei den Frauen aus Kpaboku. Uns zu Ehren haben sie Pitu-Bier gebraut, sie möchten unbedingt ihre Dankbarkeit ausdrücken. Dass wir sie nicht im Stich lassen, dass wir immer wieder kommen, dass wir ihnen eine Chance geben, eine unternehmerische Chance.

Frauen in Kbaboku

Frauen in Kbaboku

Der Metromass-Bus nach Tamale ist über 3 Stunden verspätet, eine weitere Stunde dauert es, bis alle Säcke verladen sind. Der sicher 30 Jahre alte Neoplan-Bus ist ein robustes Arbeitspferd, ständig überladen und ungeachtet der Straßenverhältnisse mit Karacho unterwegs. Die Menschen die im Gang auf den aufgetürmten Holzkohlesäcken sitzen, donnern bei jedem Schlagloch an die Decke. Und derer gibt es viele. Dafür ist Stehplatz halt halber Preis. Sicherheitsvorschriften?
Leider fährt uns der Folgebus nach Offinso davon, wir müssen in ein Guesthouse. Jedenfalls kommen wir so zu einem Eimer Wasser. So dreckig waren wir schon lange nicht mehr.

Zwei Tage sind wir im unserem Mikrokreditprojekt in Zentral-Ghana, unser erstes Projekt und mittlerweile ein Selbstläufer. Am Nachmittag vor unserer Rückfahrt nach Accra treffen wir noch mit Mr. Agyeman zusammen, unserem sympathischen Rechnungsprüfer für unsere beiden ghanaischen Projekte. Gewissenhafte Zahlen, sorgsame Übersicht sind Rückhalt für die Transparenz der Stiftung. Wir haften für unsere treuen Spender und gegenüber der deutschen Stiftungsaufsicht. Es muss eben alles stimmen.

K.o., langsam baut sich der Wirbel unserer Gedanken zu einem handfesten Sturm auf. Zeit, die Rückreise anzutreten und noch einen Tag protokollierend und niederschreibend am Strand zu verbringen.

Der quälende Verkehr in Kumasi eröffnet uns Beobachtungen des Recyclingprogramms in Afrika. Mehrere hundert Meter Automotoren, mehrere hundert Meter Abgasrohre, mehrere hundert Meter Stoßstangen, Autodächer, Autotüren, Kurbelwellen. Mehrere hundert Meter Computerbildschirme, Kühlschranktüren, Kühlaggregate . . . mehrere . . . vielleicht sollten wir Afrika mehrere hundert Preise fürs recyceln unserer Wegwerfgesellschaft verleihen. Unglaublich, dieses Wiederverwendungsgeschick!

rauschende Gedanken

rauschende Gedanken

Wellenrauschen durch eine Pfützen-lose Nacht. Wellenrauschen spült unsere Prioritäten an Land. Unermüdlich. Bis denn bald wieder!

Gambia Reisebericht / März 2014

„Upper Baddibou Project“ / Stiftung Sabab Lou

Wir treffen uns am Flughafen, Gate 28, Flug FRA – BRU. Wegen der Einweihung der von der HelpAlliance gesponserten Wasserversorgungslage in Jumansar sind wir ein recht großes Team. Rita Diop, Vorsitzende der HelpAlliance, Klaus Gorny, Pressesprecher LH, Sarah Kessler, Kamerafrau, Lars Heurich, LH Pilot mit seiner Partnerin Julie van der Westhuizen, Götz Mäuser, Friedrich und ich. Es ist eine recht spannende Gruppe von Menschen zusammengekommen. Natürlich wird während des Fluges BRU – BJL viel erzählt, erklärt, diskutiert. Das geht gerade weiter so im Gästehaus in Fajara, zusammen mit Nurudeen und Jamu, den Verantwortlichen des Projekts.

Nach einer Übernachtung und einer 5stündigen Fahrt gelangen wir nach Farafenni und beziehen Quartier in Eddy’s Hotel. 10 Minuten Boxenstop, dann geht’s nach Chamen, dem Dorf wo wir 2010 mit der ersten Solarpumpanlage begonnen haben. Der Empfang dort ist überschwänglich. Das halbe Dorf steht schon an der Abzweigung von der Straße und geleitet uns zu Nurudeens Compound. Große Töpfe, große Schüsseln, zufriedene Bäuche.

Begrüßung in Chamen

Begrüßung in Chamen

Danach inspizieren wir die Wasseranlage. Sie funktioniert, produziert aber zu wenig Wasser, was nach dem letzten Stand der Erkenntnis an einer Unterdimensionierung des Brunnens liegt. Wir werden sehen müssen, wie man das verbessern kann. Wegen einer Reparatur des Kontrollaggregats der Anlage haben die Dorfbewohner aufgrund des verspäteten Erntezyklus bis jetzt noch kein Einkommen erzielen können und sind im Moment schlicht nicht in der Lage den Wasserpfennig zu bezahlen, den wir zur Rücklagenbildung erheben. In den nächsten 2 Wochen kann geerntet werden, dann sind wir wieder im Plan. Nicht ganz im Plan mit dem Überangebot an Zwiebeln – das ist der guten Erfahrung der letzten Saison geschuldet – wir werden unsere Bemühungen verstärken müssen, die Dörfler zu einer größeren Vielfalt zu bewegen.

Gemüsegarten

Gemüsegarten

Wir machen uns auf den Weg nach Dutabullu. Dort werden wir genauso herzlich und überschwänglich empfangen wie in Chamen. Die Wasseranlage macht einen guten Eindruck und der Garten sieht wirklich hervorragend aus. Alle Flächen sind bepflanzt, und obwohl auch hier relativ viele Zwiebeln stehen, gibt es eine wesentlich größere Vielfalt mit Tomaten, Salat, Kohl, Cassava, Möhren, Paprika und vielem mehr. Der Zaun ist freigelegt, von überall gut sichtbar und gut in Schuss. Die Tränke für die Kühe wird genutzt und die Kühe sind im Vergleich zum Vorjahr in guter Verfassung. Sie geben Milch, allerdings in sehr bescheidenen Mengen. Für mehr Milch brauchen die Kühe mehr und reichhaltigeres Futter. Wir müssen überlegen, wie wir die Produktivität hier irgendwie steigern können, verkaufen lassen würde sich die Milch sehr gut.

Vieh in Dutabullu

Vieh in Dutabullu

Ein langer Tag mit noch mehr Fragen und viel Erklärungsbedarf, unsere Delegation ist thematisch voll eingestiegen, will mehr wissen, mehr erfahren. Nur zu gerne. Denn morgen ist DER Tag.

Beginnen soll der Festtag mit einem Fußballspiel, die Mannschaften von Chamen und Jumansar haben sich qualifiziert. Fußball ist der große Transmitter zwischen den Dörfern, zwischen den Dorfbewohnern, mit einer Begeisterung, die unseren Projekten gut tut. Friedrich und Götz starten schon durch nach Jumansar, während die LH/HA Fraktion noch einen Ausflug zum Sonntagsmarkt, nahe Farafenni macht. Nicht nur um wünschenswerte Einkäufe lokaler Besonderheiten zu tätigen, sondern auch um Marktpreise zu notieren und die Marktpräsenz gambischer Produkte versus senegalesischer Produkte zu erfassen.
Wie zu erwarten stiehlt uns die farbenfrohe Geschäftigkeit die Zeit, wir müssen uns sputen, der Anpfiff des Fußballspiels wartet nicht auf uns.

Empfang in Jumansar

Empfang in Jumansar

Doch unsere späten Bemühungen werden konterkariert von der Eitelkeit des Distrikt-Chiefs, dem wir unsere Aufwartung machen müssen. Als wir endlich in Dorfnähe gelangen, hat ein berittener Spähtrupp bereits unsere Ankunft vermeldet. Ein Pulk von trommelnden, tanzenden Menschen empfängt uns, Maskenmänner schwingen Macheten, springen vor unser Auto in beschwörendem Tanz. Ein grandioser Empfang, das habe auch ich noch nicht erlebt. Sarah springt mit ihrer Kamera auf den vorausfahrenden Pick-up, wo die gambische Presse die Szene ablichtet. Doch lange verbleiben auch wir nicht im Auto. Unter Trommelwirbel, ekstatischen Tanzritualen und Geisterbeschwörung werden wir durchs Dorf geleitet, Lars hoch zu Ross, Julie und die anderen erdrückt von Umarmungen. Zur zweiten Halbzeit treffen wir endlich am Fußballfeld ein. Superfaires Fußballspiel, tolle Siegerehrung mit Pokal und allem was dazu gehört. Jetzt kommt der formelle Teil.
Der Alkalo/Dorfoberhaupt ist aufgeregt wie ein kleiner Bub zu Weihnachten, aber das ist ja auch zu verstehen angesichts der Tatsache, dass das Dorf mit dem heutigen Tage erstmals eine Wasserversorgung haben wird.

Für die Einweihungsfeier haben Nuru und Jamu sich sehr ins Zeug gelegt und eine ganze Reihe von Honoratioren bis hin zum Minister eingeladen, und auch das Fernsehen und die Presse sind vertreten. Friedrich macht mit einem Dank an die Frauen, den eigentlichen Arbeiterinnen/Unternehmerinnen/Projektpartnerinnen den langatmigen Reden ein Ende. Danach macht sich der ganze Tross auf den Weg, den Gemüsegarten zu besichtigen, um anschließend die Wasseranlage feierlich in Betrieb zu nehmen. Der Garten sieht ordentlich aus, mit 6 ha eine Riesenfläche. Das angebaute Gemüse ist vielfältig, wenngleich auch hier etwas zwiebellastig. Ein Schluck Wasser aus dem Brunnen – es schmeckt richtig lecker, und ist einwandfrei.

Lars und Julie weihen Pumpe ein

Lars und Julie weihen Pumpe ein

Die für den Abend vorgesehene Party mit Trommelmusik und dergleichen muss wegen zweier Todesfälle leider ausfallen. Unter diesen Umständen geziemt es sich nicht, lautstark zu feiern. Aber wir sind auch leidlich geschafft und nicht unglücklich über einen reflektierenden Abend bei Eddy´s. Allmählich puzzeln sich für unsere Reisebegleiter die Ereignisse zu einem Bild zusammen, es wird klarer wie wir arbeiten, was wir erreichen wollen, wo die Schwierigkeiten liegen, warum es so arbeitsintensiv ist. Überzeugungstäter halt.

Am nächsten Tag verabschieden wir uns, die LH/HA Fraktion bricht gen Heimat auf. Eine tolle Reise, ein tolles Zusammenspiel, spannende Leute, spannende Erfahrungen. Noch lange sollte uns diese Gruppe engagierter Menschen in Gedanken begleiten. Wir hoffen, dass die überschwängliche Freude der Dorfbewohner ihren Dank an die LH/HA Delegation übermitteln konnte. Diese Erlebnisse waren auch für uns überwältigend, Bilder, die verbleiben, bewegen und uns beflügeln.

Frieder und Götz haben bis zum Abend Zahlen, Bilanzen und Budgets durchgepaukt, während ich ein weiteres Mal zusammen mit Jamu, Musa und Buba den Stand der Gärten besprochen habe. Es ist jetzt wichtig zu beachten, dass wir nur noch 8 bis 10 Wochen für den nächsten Pflanzzyklus haben, bevor die Beete bereitet sein müssen für die Einsaat von Mais und die Verpflanzung der Reissetzlinge. Wir müssen die Rechtzeitigkeit der Pflanzungen noch besser einüben um größtmögliche Produktivität der Gärten zu erreichen. Auch müssen wir vermehrt die Vermarktungslage beachten, denn es sind beispielsweise die Preise für Tomaten wegen eines Überangebots verfallen. Jetzt hilft nur noch Tomatenpaste oder Tomatenketchup. Werde wohl in den nächsten 2/3 Wochen nochmal zum Einkochen kommen. Sowieso wollten wir mit Training und Workshops in die Wertschöpfungskette der Nahrungsmittelverarbeitung investieren. Womit wir auch die Jugendlichen einbinden möchten. Aber Schritt für Schritt. Erst mal bin ich froh, dass die Frauen in Dutabullu – vorbildlich! – meinem Rat nach gemischtem Gemüseanbau gefolgt sind, die Beete sehen gut aus.

Und hinterm Horizont geht’s weiter . . . Wir werden nicht nachlassen in unseren Bemühungen, den Menschen in unseren Projekten zur nachhaltigen Verbesserung ihrer Lebensumstände zu verhelfen. Überzeugungstäter halt.

Prana im April

 

Frei sein wie ein Vogel

von Hilde Link

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Frei sein wie ein Vogel“ ist ein Gefühl, eine subjektive Befindlichkeit, die wohl jeder schon einmal in seinem Leben in besonderen Situationen empfinden durfte.

Bei Abinaya hat sich das Gefühl des Frei-seins im Prana-Projekt eingestellt. Der Unterricht an staatlichen Schulen besteht aus  Auswendiglernen und Nachsagen, nein, Nachbrüllen, im Chor. Dazu Schläge bei jedem kleinsten Versagen. Kein Wunder, dass ein Kind es als Freiheit empfindet, wenn es seine Kreativität leben kann, wenn es singen darf und malen, wenn es eigenständig mit anderen an einem Projekt arbeiten, wenn es Theaterstücke selbst entwerfen und darin mitspielen darf.

Viele Spender des Prana-Projektes sind Lehrerinnen und Lehrer. Es freut mich ganz besonders, ihnen sagen zu können, dass unser pädagogisches Ziel, das von Anfang an darin bestand, Kinder mit „Herz, Verstand und Hand“, wie Rudolf Steiner es einmal formulierte, lernen zu lassen, gelungen ist. Wir machen so weiter, damit „unsere“ Kinder frei bleiben können, und wenn es nur in unserer Schule ist. Dieses Gefühl der Freiheit wird Abinaya nie wieder vergessen – und ich bin mir ganz sicher, sie wird versuchen, es weiter zu geben an andere.

Abinaya will Lehrerin werden.

Prana im März

 

Murali geht Milch holen

von Hilde Link

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Milch holen gehen” klingt nicht gerade nach Sensation. Ist aber eine.
Gestern vormittag fuhr ich in die Stadt. Wen sah ich? Murali, wie er eine Milchtüte in der Hand hält und langsam und mit viel Mühe ein Schrittchen nach dem anderen macht, den Blick konzentriert auf den Boden geheftet. Ganz alleine und ohne jede Hilfe bahnte er sich seinen Weg zurück zu seiner Hütte, wo er mit seiner Familie lebt.

Murali kenne ich schon, seit er ganz klein ist. Jetzt ist er ein junger Mann von 15 Jahren. Früher lag er immer auf einer Matte vor der Hütte, unfähig, sich zu bewegen. Er war mit einer geistigen und körperlichen Behinderung geboren worden. Seit mehreren Jahren erhält er in unserem Prana-Therapiezentrum intensive physiotherapeutische Betreuung. Die entsprechenden Übungen hat die Mutter von unserem Physiotherapeuten gelernt und trainiert mit Murali zu Hause.

Murali beim Milch-holen-gehen zu sehen, hat mich sehr glücklich gemacht. Und unsere Spender, speziell diejenigen, die unser Therapiezentrum unterstützen, freuen sich sicherlich auch mit Murali, der so stolz eine kleine Selbständigkeit erlangt hat.

Und dann ?

. . . und sie lebten glücklich und zufrieden in ihrem Dorf, bis . . .

ja und dann ?

Bald wird sie fertig sein, die Solarpumpanlage in Jumansar. Die Einweihung ist für den 9. März geplant, eine Delegation der HelpAlliance und Lufthansa, ebenso wie lokale, politische Vertreter und die gambische Presse wird zugegen sein.

Wichtiger aber als die Freude und der Dank der Dorfbewohner, ist die Frage der Dauerhaftigkeit, gern auch Nachhaltigkeit genannt. Was ist denn, wenn ein technisches Teil kaputt geht? Was ist, wenn Teile der Anlage erneuert werden müssen? Müssen wir dann wieder Geld geben?

Nein.

Entschieden nein.

Wir achten mit begleitenden, Einkommen generierenden Maßnahmen darauf, dass die Dorfbewohner ihre Anlage selbst instand halten können. Die großen angelegten Gärten, die den Dorfbewohnern ein Einkommen sichern, dienen auch zur Rücklagenbildung. Ein vereinbarter Wasserpfennig wird von allen abgeführt, ihre eigene, lokale NGO, die Rural Development Organization, verwaltet die Gelder. Sie unterstützt auch mit Training, Workshops, Marketing.

Zusammen Arbeit schaffen, ist das Motto.

Nur so geht Eigenverantwortung, Eigeninitiative, Eigenständigkeit.

Vietnam Projekte Working With Others Berichte Februar 2014

Liebe Friends of Help Alliance und Unterstützer

Working with other´s – unser gemeinsam mit Saigon Children`s Charity 2010 in´s Leben gerufene Entwicklungsprogramm mit dem Schwerpunkt für behinderte arme Menschen übertrifft in seiner positiven Dynamik und den Erfolgen unsere eigenen Erwartungen. Dieses Jahr konnten wir wieder 8 ausgezeichnete Projekte mit Hilfe der Help Alliance auswählen und fördern. Den aktuellen Bericht im Rahmen unserer Förderung des Global Foundation for Children with Hearing Loss  unserer verantwortlichen Sozialarbeiterin Hien möchte wir euch gerne auf diesem Wege weiterleiten.

Dominik Kopp, Lars & Christiane Persson, Hoa Lam Viet, Ton Truong, Tahir Ucmak
Help Alliance ProjektTeam Vietnam

Project “Helping Children with Hearing Loss Learn to Listen and Talk”

- Grant Round July 2013

A 3-week training course started the projects of WWO-SCC programs in 2014 (from 06 – 24 January 2014) for teachers, therapists, audiology technicians and ENT doctors under the project “Helping Children with Hearing Loss Learn to Listen and Talk – Advanced training program” organized by the Global Foundation for Children with Hearing Loss. Audiologists Myriam De La Asuncion, Joan Hewitt and Jane Madell, auditory verbal therapists Sally Tannenbaum, Erin Thompson and Sherri Vernelson and surgeon Jay Rubinstein joined with Paige Stringer in the fourth Mobile Mission, which took place in 3 provinces: Ho Chi Minh City, Hanoi and Binh Duong.  

The Mobile Mission is an important part of the project supporting hearing impaired children in Vietnam organized by the Global Foundation for Children with Hearing Loss. The goal of this program is not only to enhance professional capabilities for Vietnamese experts through providing new knowledge, solving difficulties encountered at work but also to build a model of group cooperation between medical staff, audiology technicians, therapists and teachers who work together to address challenges faced by hearing impaired children.

After 3 working weeks at Children’s Hospital 1 in Ho Chi Minh City, Pediatrics Hospital in Hanoi and Thuan An Education Center for Children with Disabilities in Binh Duong, this program supported more than 20 therapists, 15 audiology technicians and 7 ENT doctors. Live therapy sessions between Vietnamese teachers and therapists and hearing impaired children and their families were carried out under the observation of professionals with feedback regarding expertise and methods of practice appropriate to each case.

Meanwhile, audiologists from the Global Foundation focused on training pediatric audiology technicians methods of hearing testing, hearing aid fitting and cochlear implant mapping. The very special point in this program is that Dr. Jay guided Vietnamese doctors to successfully perform surgery cases of cochlear implants at Children’s Hospital 1 in HCMC and Pediatrics Hospital in Hanoi.

100 children across the country have had hearing test and accurate audiograms together with hearing aids and cochlear implants most properly fit. Above all, the joy is expressed to the fullest in the face of students and professionals who see the tremendous progress in language and communication of hearing impaired children.

The success of this program is clearly seen in therapy classes and teachers’ skillful guidance for parents, more than 100 children across the country have had hearing test and accurate audiograms together with hearing aids and cochlear implants most properly fit. Above all, the joy is expressed to the fullest in the face of students and professionals who see the tremendous progress in language and communication of hearing impaired children.

“Thank you the Global Fund’s experts who have transformed me from a mother who did not know what to do when my son’s hearing loss was detected into a confident mother who now can teach my son at home with the guidance of school teachers.

All that we have now is thanks to the learning from you experts during the past four years” shared Gia Hao’s Mum, mother of a 6-year-old boy in preschool class in Thuan An Education Center for Children with Disabilities.

WWO program which is supported by Lufthansa Help Alliance is proud to become one of the sponsors of this meaningful project. We hope that all Vietnamese hearing impaired children will have the opportunity to get access to programs to learn to communicate by listening and speaking. It is our hope that the Global Foundation for Children with Hearing Loss will continue their support so that Vietnam will have more and more talented audiologists and speech therapists in order to help hearing impaired children early

February 2014

Reported by Hien

Prana im Februar

 

Ein neues Auto für Prana

von Hilde Link

Unser bisheriges Auto war eigentlich noch gar nicht so alt, aber es war dauernd im Einsatz, um unsere Kinder mit Behinderungen abzuholen, um einzukaufen, um  Notfälle ins Krankenhaus zu bringen. Vierzehn mal am Tag passieren wir den kleinen Dorfweg, der vom Prana-Tor abgeht. Den Bewohnern der Hütten und Häuschen, die am Rande dieses Weges leben, gebührt auch an dieser Stelle einmal  ein herzliches Dankeschön für Toleranz und Gleichmut. Schließlich ist dieser Weg am Abend der Schlafplatz für ganze Familien.

Diese profitieren auch von unserem neuen Auto, denn die Abgase und Schadstoffe sind der modernen Technik angepasst. Das bedeutet auch, dass wir wesentlich weniger Diesel verbrauchen. Und das bedeutet wiederum, dass wir mit dem Geld, das wir früher bei Transportkosten verbuchen mussten, nun größere und kleinere Löcher stopfen können, die sich immer wieder auftun.

In Indien, oder zumindest in unserer Gegend, setzt man sich nicht einfach in ein neues Auto und fährt los, sondern man vergewissert sich dem Segen der Götter. Ein Hindu-Priester segnete in kleiner Zeremonie das neue Gefährt, die Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften, wie Christen oder Moslems, beteten zu ihrem jeweiligen Gott, damit nichts Schlimmes passieren möge.

Wir danken der HelpAlliance und ihren Vertretern dafür, dass sie den Kauf eines neuen Autos möglich gemacht haben.

Chance ergriffen, Verantwortung übernommen

In unserem Projekt in Gambia, dem Upper Baddibou Projekt, in dem die HelpAlliance mit einer solaren Bewässerungsanlage einem ganzen Distrikt zu einer Einkommensmöglichkeit verhilft, haben wir einen anderen Gang einlegen können.

Nachdem wir die ersten Jahre noch viel Überzeugungsarbeit leisten mussten, haben dies nun vor allem die Frauen in unseren drei Dörfern getan. Sie haben die Chance verstanden, mithilfe des ganzjährigen Gartenanbaus ihr Leben entscheidend zu verbessern, und haben die Verantwortung übernommen. Derart, dass sie nun Rücklagen bilden, um für den Fortbestand der 2010 von der HelpAlliance gespendeten solaren Bewässerungsanlage zu sorgen. Die Frauen haben sich sogar gegen die männliche Vorherrschaft in ihren Dörfern durchgesetzt. Nicht, dass wir vorgehabt hätten in die dörfliche Hierarchie einzugreifen, es kam von selbst, ein emanzipierter, demokratischer Prozess. Die Frauen haben Einkommen erwirtschaftet, dies hat ihre Rolle gestärkt. Sie sind aufgestanden gegen die Männer und haben die Überzeugungsarbeit übernommen.

Dies ist uns wichtig, die Projekte sollen von den Menschen, denen wir Unterstützung gewähren, selbst in die Hand genommen werden. Natürlich helfen wir dabei. Auch dabei, den Gartenanbau zu optimieren. Wir helfen mit Produktionsplan und Marketingunterstützung, geben Anregungen und sachkundige Anleitung. Der eigentliche Motor sind die Frauen, und auch Jugendlichen der Dörfer Chamen, Dutabullu und Jumansar. Ihr Einsatz und ihre Verantwortung bestimmen die Nachhaltigkeit unserer Projekte. Darauf kommt es uns an.

 

 

 

 

 

Prana im Januar

 

SEELENBALSAM

von Hilde Link

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere neuen Glücksinder, zwei Jungs und ein Mädchen, die mit ihrer Großmutter im Prana-Projekt Zuflucht vor Gewalt und Verwahrlosung gefunden haben, bekommen bei uns alles, was sie brauchen: Geborgenheit und Schutz, eine Super-Schulbildung, Integration, regelmäßiges Essen, Kleidung, gesundheitliche Versorgung. Und einen Luxus erhielten sie obendrein:

Mitarbeiterinnen der HelpAlliance besuchten ihre Schützlinge. Die Projektleiterin ist schon seit elf Jahren eng mit der Tante der drei verbunden: unserer Studentin Jaga, die seit 2012 bei Prana lebt. Das ist der Luxus: Dass die Kinder zu den Menschen, die ihnen helfen, eine ganz persönliche Beziehung haben können, und dass diese Menschen sich die Mühe machen, die Strapaze einer langen Reise auf sich zu nehmen. Die Kinder empfanden diesen Besuch als eine große Ehre. Dass extra wegen ihnen Menschen kommen, die nicht zu ihrer Familie gehören, Menschen aus einem so unvorstellbar fernen Land sie besuchen, ausgerechnet sie, die Ausgestoßenen, diejenigen, die gemieden werden – dieser Seelenbalsam ist Teil des Heils, das die Kinder im Prana-Projekt erfahren dürfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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