22. Juli 2010 |

Deshgaon

Nachdem wir die ersten Tage in der Diozoese Khandwa verbracht haben um uns einzugewoehnen, sind wir seitdem in Deshgaon und dort werden wir auch noch ein paar Tage bleiben. Deshgaon liegt etwa eine halbe Stunde ausserhalb von Khandwa und der dort taetige Vater Matthew leitet eine Schule und ein Hostel mit etwa 200 Kindern. Die Anlage ist schoen instand gehalten und sechs Schwestern kuemmern sich um den Schulunterricht und das Freizeitprogram.

Beeindruckend ist, dass die Nachfrage nach Plaetzten fuer ds Hostel immer groesser wird und vor Allem, dass immer mehr Maedchen dorthin geschickt werden, wenn man bedenkt, dass die Frau in allen Belangen in der Gesellschaft hinter dem Mann kommt, was von folgender Statisik bewiesen wird: von 8000 Abtreibungen sind 7999 Maedchen. Natuerlich sind Abtreibungen aufgrund des Geschlechts verboten, aber trotzdem ist das Gleichgewicht zwischen Mann und Frau in manchen Staaten bedrohlich gekippt. In den krassesten Faellen kommen auf 1000 Maenner nur noch 820 Frauen. In ein paar Gegenden hat es schon dazu gefuehrt, dass die Mitgift an die Familie der Frau gezahlt wird (davon abgeshen ist Mitgift auch illegal).

Die Kinder haben einen ziemlich ausgefuelltes Tagesprogramm – in Deshgaon wie auch in allen anderen Hostels. WIr haben heute Aulia besucht und dort stehen die Kinder Montag bis Samstag um 5.15 auf um Sport zu machen, etwas Rennen und ein wenig Yoga/ Stretching, dann muss beim Gebaeudeputz oder im Garten geholfen werden (um ehrlich zu sein, wir sind froh, dass wir nicht dort sind, sonst koennten wir nicht ruhigen Gewissens laenger als die Kinder schlafen.. ;) ). Vor der Schule, die von 9 – 12, bzw 9 – 15 Uhr geht, wird noch schnell gefruehstueckt. Nach der Schule gibt es auch noch mal eine “Studyhour” (oder zwei) aber dann auch mal etwas Freizeit. Dass das Niveau dieser Schulen deutlich hoeher ist als in den oeffentlichen Schulen ueberrascht dann nicht mehr, auch wenn man beachtet, dass die Schwestern den ganze Unterricht freiwillig machen und nicht nur ein Job ist.

Als wir Vater Matthew erzaehlten, um welche Uhrzeit Studenten in Deutschland ab und zu Mal aufstehen, konnte er sich ein Grinsen kaum verkneifen. Er war ausserdem sehr ueberrascht und etwas stolz, als wir ihm sagten, dass Planungen von Strassen, Gebaueden, etc in Deutschland um ein Vielfaches laenger brauchen, als hier. Auch das Korruption keine ausschliesslich indische Angelegenheit ist, beruhigte ihn und die anderen Priester so sehr, dass das bei jeder “cup of tea” Gespraechsthema ist.

Wieviel die Priester, Schwestern und Brueder hier in der Gegend bewegen, ist schon enorm. Neben den Schulen und den Hostels gibt es noch einige andere Projekte, z B Medical Awareness, Leprastationen, Auffanglager an Bahnhoefen, Phamazien, Krankenhaeuser, Self-Help Groups (welche das Aequivalent zu Microfinancing sind),  welche wir in naechster Zeit genauer beschreiben werden.