22. Juli 2010 |

Khandwa – Patenschaftskreis Indien

So, von diesem Blog aus berichten wir, Karina und Fabian, in den naechsten 7 Wochen aus dem Projekt “Patenschaftskreis Indien” in Khandwa der HelpAlliance. Wir sind jetzt seit zwei Tagen hier und koennen bislang nur positives von der Gastfreundchaft und dem herzlichen Empfang berichten, haben aber auch schon sehr arme laendliche Gegenden gesehen, die man so nirgends in Europa antreffen wuerde und trotzdem haben uns die Kinder, die wir dort in deren Hostels (sehr vergleichbar mit der Funktion eines Internats in Deutschland) besucht haben, voller Freude und Waerme empfangen, fuer uns gesungen und Taenze aufgefuehrt.

Als Beispiel beschreiben wir das Dorf Daoli, das wir heute besucht haben. Auf der einen Seite haben wir die Mehrheit der Haeuser, welche die Hoehe von einem sechs bis maximal acht jaehrigen Kind hatten. Diese sind meistens aus einer Mischung vom Kuhfladen und Erde, unterstuetzt mit Teakholz aus dem nahegelegenen Wald, was allerdings nicht von der Regierug unterstuetzt wird, gebaut. Die Daecher sind nicht fest gemacht, sondern werden mit Steinen festgehalten, die drauf gelegt werden. Auf der anderen Seite, haben wir auch das Haus “eines Reichen Mannes” des Dorfes (so wurde er uns auch vorgestellt) besucht. Das Haus war ein wenig hoeher und aus Stein und war mit einer kleinen Steinmauer von den anderen Grundstuecken abgetrennt. Allerdings ist auch das Haus in keinster Weise vergleichbar mit einer 1-Zimmer-Wohnung in Europa, weder in Sachen Groesse, noch in Bezug auf Sauberkeit.

Wir wurden heute ausserdem Zeugen eines hier alltaeglichen Schauspiels, was aber fuer uns beide komplett neu war:
Etwa 15 Frauen des Dorfes kamen aus dem Wald, welcher der Regierung gehoert und es auch verwaltet, mit ihren farbenfrohen Gewaendern, barfuessig und sehr vielen, langen und auffaelig schweren Teak-Holz Aesten. Die Aeste balancierten sie auf dem Kopf und wollten sie zum Dorf bringen um da entweder den Hausbau zu unterstutzen oder es auf dem Markt zu verkaufen. Auf der Haelfte des Weges, zwischen die Soja Bohnen Feldern, wurden die Frauen dann von einem Polizist auf einem Motorrad verfolgt, der dann Geld fuer das illegal entzogene Holz verlangen wuerde. Ein paar der Frauen schafften es das Holz bis zum Dorf zu bringen, die meisten jedoch versteckten das Holz auf dem Weg hinter kleinen Huegeln und fluechteten sich so nach Hause.
Es ist nicht so leicht zu urteilen, auf welche Seite man sich stellen soll. Man sieht die Frauen nach der harten Arbeit und moechte nicht, dass alles umsonst war, aber man versteht auch die Notwendigkeit, einen Mehrwert aus den vorhandenen Ressourcen zu schaffen.

Mehr aus den Hostels und den Schulen, bei denen wir in naechster Zeit meistens sein werden, sowie ein bisschen mehr von den Priestern und Schwestern, welche uns betreuen und vom Bischofshaus, in dem wir jetzt noch wohnen, gibts dann die naechsten Male.
Wir fuehlen uns jedenfalls sehr wohl hier bislang und freuen uns auf die naechsten Wochen und Erfahrungen!