18. Juli 2011 |

Neues aus der Asociación Pachamama in Nasca

Nach langem Warten ist unser Container aus Deutschland nun endlich eingetroffen und wir konnten die Sachspenden an unsere Kinder und die Bedürftigen rund um Nasca verteilen.
Man kann sich gar nicht vorstellen, was für eine Arbeit dahinter steckt,  Sachspenden  nach Peru einzuführen: Neben zahlreicher Papiere, die der peruanische Zoll verlangt, macht die gemütliche und oft unorganisierte Arbeitsweise der Peruaner das Ganze zu einem komplizierten administrativen Projekt. So hat sich das ganze insgesamt über 4 Monate hingezogen. Diese Momente erinnern uns immer wieder daran, warum wir eigentlich hier sind; um Entwicklungshilfe zu leisten und so positive Veränderungen im Land
und seiner Denk- und Arbeitsweise zu bewirken.

Inzwischen ist hier  nach den aufregenden Wochen voller Spannung und Erwartung wieder etwas Ruhe eingekehrt und der Alltag ist zurück. In den vergangenen 2 Monaten hat sich hier jedoch viel getan. Da auch ein Verein wie ein kleines Unternehmen funktioniert, muss man sich ebenso mit den Bereichen Finanzierung und Personal auseinandersetzen. Aufgrund der weltweiten
Wirtschafts- und Finanzkrise ist auch die Spendenbereitschaft der Deutschen gesunken. So ist es oft schwierig, ein Unternehmen, in unserem Fall die Asociación Pachamama, nur durch Spenden aufrecht zu erhalten. Also müssen auch andere Quellen zur finanziellen Unterstützung gefunden werden.  Im Moment ist eine meiner Aufgaben, neben dem täglichen Englischunterricht der Kinder,  dabei zu helfen, Sponsoren und neue Paten ausfindig zu machen, sowohl in  Deutschland als auch in Peru. Denn auch die Kosten für Lebensmittel, Schulmaterial oder sonstige Güter hier in Peru  sind gestiegen.
Es wurden ebenso neue Lehrer sowie Tutoras (Erzieherinnen) eingestellt, um eine noch bessere Betreuung der Kinder zu gewährleisten, sowohl bildungstechnisch als auch im
Rahmen der Erziehung.
Am Muttertag haben die Professoren zusammen mit den Kindern eine kleine Aufführung mit Theaterstücken, Tänzen und Poesievorträgen für die Mütter und natürlich für Nicky Mügge- Bruckert (der „ Kopf“ der Asociación)  erarbeitet. Man vergisst oft, was die Kinder eigentlich zu uns geführt hat, wenn man sie so glücklich miteinander sieht.

Ich hatte vor einiger Zeit die Möglichkeit, 2 Familien, deren Kinder bei uns aufgenommen werden wollten, zusammen mit der Asistenta Social zu besuchen.  Unterschiedlicher hätten die „Häuser“, die eigentlich nur aus Bastmatten bestehen, nicht seien können. Das eine Haus war für die ärmlichen Verhältnisse hier recht sauber, im anderen lebte die Familie zusammen mit Katzen, Hunden, Hühnern und unwahrscheinlich vielen Fliegen auf engstem Raum zusammen und auf dem dreckigen Boden wurde gekocht.
Da hinterfragt man dann schon seine eigenen Luxusprobleme, die man in Deutschland so hat. Auf der anderen Seite muss man  hier auch akzeptieren lernen, dass man nicht allen helfen kann, das ist manchmal ganz schön schwer.

Momentan haben wir Besuch von der Tochter eines Lufthansa-Pilots, der ein langjähriger Freund von Nicky Mügge-Buckert ist und unser Projekt tatkräftigt unterstützt. So konnte sie
nun seine Patentochter Liz kennen lernen und ihre Mutter und Oma auf deren kleinen Landbesitz besuchen.
Das war für beide eine sehr schöne Erfahrung, da sich so eine persönliche Bindung aufbauen konnte, die durch reines Briefeschreiben nur schwer entstehen kann.
Auch für die Kinder ist ein solches Kennenlernen eine tolle Erfahrung, da sie so besser verstehen können, woher genau die Hilfe  kommt und welcher Typ Mensch sich eigentlich hinter
den Namen oder den Bildern der Paten verbirgt.
Ich hoffe, das noch mehrere unserer Paten einmal den Weg zu uns und unseren Kindern nach Nasca finden werden, um sich ein eigenes Bild zu machen.
Der weite Weg lohnt sich auf jeden Fall. :)

~Vanessa~