Volontariat im Safehouse,Johannesburg

 

Was für eine sinnvolle Entscheidung, den unbezahlten Urlaub in Anspruch genommen zu haben, paar Monate weg zu sein vom Fliegen und dem verwöhnten Crew Leben und Anderes zu erleben.

Nun bin ich also mit meinen 44Jahren im Waisenhaus gelandet und nach einem Monat immer noch heil und motiviert:-))

Die 16 Kinder hier sind zwischen 2-18 Jahren, teils Waisen, teils verstoßen und von der Welfare vermittelt. Viele hat Alkoholmißbrauch der Eltern bzw sexuelle Gewalt hierhergeführt. Geführt wird das Haus von Yvonne, einer Südafrikanerin, die aber nicht auf dem Campus wohnt. Desweiteren sind hier noch 3 Mammas, die sich um Haushalt, Kochen Waschen etc. kümmern und die Bezugspersonen der Kinder sind.

Die finanzielle Lage ist angespannt, doch Yvonne hat ein breites Netzwerk und so kommen immer wieder Spenden, sowohl finanzieller Art als auch Kleidung, Spielsachen und Lebensmittel rein. Das Safehouse ist als NPO (non profit organisation) registriert und bekommt keine staatliche Unterstützung.

Die Kinder sind Helfer gewohnt und somit war meine Ankunft nichts Außergewöhnliches. Da sie alle unterschiedlich alt sind, haben die Kinder auch vielfältige Interessen. Mit den Kleinen spiele ich viel und stelle immer wieder zu meiner Freude fest, dass Fang-, Reim- und Versteckspiele, die ich noch aus meiner Kindheit kenne, auch hier bekannt sind und sozusagen nur noch von mir auf Englisch umgemünzt werden müssen.

Mit den Älteren mache ich, wann immer es die Zeit zuläßt Sport, ansonsten lernen wir zusammen, das Ende des Schuljahres naht und die Prüfungen stehen an.

Die Teenager sind schon eine Herausforderung, denn wie überall auf der Welt sind sie in der Pubertät und phasenweise sehr launisch. :-)

Ich freue mich jeden Tag und bin erstaunt, wie friedlich und behütet die Kinder aufwachsen. Waisenhausatmosphäre ist hier – natürlich auch aufgrund der Größe – ein Fremdwort, Großfamilie ist wohl das richtige Wort. Es wird natürlich viel gestritten und ist immer laut, trotzdem paßt jeder auf den anderen auf, teilt und kümmert sich.

Und wenn eins der Kinder beim Abendgebet sagt: Wir wünschen uns, dass Martin hier eine schöne Zeit hat, denn er gehört jetzt auch zu unserer Familie! ………ja, dann kann ich mir doch nichts mehr wünschen….

 

3 Kommentare zum Artikel “Volontariat im Safehouse,Johannesburg”

  1. Christa Türck sagt:

    Lieber Martin,
    Deinen Bericht habe ich mit viel Freude gelesen, ich finde es so schön dass Du Deine wertvolle Freizeit für die Kinder im Safehouse verwendest. Männliche Helfer gibt es in solchen Einrichtungen nicht grade zuhauf und so kann ich mir gut vorstellen wie sehr es die Kinder genießen endlich mal mit einem Mann zu sporteln, spielen und lernen. Weiterhin viel Spass in Joburg und kommt wieder gesund nach Hause.
    Herzliche Grüsse Christa Türck

  2. [...] – Hier gehts zu den Berichten im HelpAlliance-Blog- [...]

  3. SCC-Vietnam sagt:

    Hallo Martin,

    klasse Bericht und tolle Entscheidung, dem Projekt und dir alles Gute,
    Dominik

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