19. Oktober 2011 | ,

The Village of Joy – eine Perspektive für vernachlässigte und misshandelte Kinder

Eine gute Sache sollte es sein. Meinen diesjährigen Jahresurlaub entschied ich in Südafrika zu verbringen, davon vier Wochen als Volontär in einem Kinderheim nahe Johannesburg. Raus aus dem Unternehmensalltag in der IT-Branche, rein in das Kinderheim “The Village of Joy”.

Was hat man zu erwarten, wenn man vorher nicht viel über “das Village” weiß? Wie leben die Menschen dort und wie sind wohl die Kinder so drauf? Bei meinem ersten Abenteuer dieser Art traf ich auf 22 Kinder, die aus den Townships Johannesburgs stammen. Außerdem durfte ich dort Milly kennenlernen und mit ihr arbeiten. Seit mehreren Jahren leitet Milly das Kinderheim und sorgt mit bewundernswerter Hingabe, viel Liebe und christlichen Werten für die Erziehung der Kinder. Sie ist den Kindern zu einer Ersatzmutter geworden, die für sie da ist und für eine Perspektive in ihrem Leben sorgt.

Alle 22 Kinder des Village of Joy mit “Granny Milly”.

Wenn man die Vorgeschichten hört, will man es oft gar nicht glauben. Die Kinder im Alter zwischen 2 und 19 Jahren bringen erschreckende Erfahrungen aus ihrem “früheren Leben” mit. Im Armenviertel geboren und vor Verwahrlosung, weiterer Misshandlung oder dem Hungertod von Milly gerettet, starten sie in der Regel mit einer Entwicklungsverzögerung in ihr neues Leben im Village of Joy. Die schwere seelische Last, die sie in ihrem jungen Leben bereits tragen müssen, erschwert ihre Startbedingungen.

Und dennoch: Mit äußerst bescheidenen Mitteln sowie viel Liebe und Zuneigung wird hier den Kindern die Möglichkeit gegeben, eines Tages sagen zu können: “Ich hatte eine schöne Kindheit.” In Worte fassen lässt sich diese bewundernswerte Leistung kaum, die Milly nahezu ohne jede staatliche Unterstützung vollbringt. Die folgenden Bilder vom Alltag im Village of Joy zeigen, dass es trotz schwierigster Umstände möglich ist, den Kindern eine schöne Kindheit zu schenken und ihnen eine Perspektive für ihr Leben zu geben:

Spaß und Lachen kommen im Village of Joy nicht zu kurz. “Music Chairs”, die südafrikanische Variante der “Reise nach Jerusalem” ist doch etwas schwungvoller und dynamischer als ich es bisher kannte ;-)


Wer kennt es nicht? Spielen im Sand als Teil einer normalen Kindheit…


Backen mit Liebe…und vieeeel Zucker :-)


Bildung ist der langfristige Ausweg aus der Armut. Um eines Tages nach dem Schulabschluss nicht in den Township-Armutskreislauf zurückzufallen, wird von Beginn an großer Wert auf Bildung (“Education”) gelegt. Als Volontär half ich den Kindern z. B. nach der Schule bei ihren Hausaufgaben.


Ab ca. 6 Jahren gehen die Kinder regelmäßig in die Schule. Viele der jungen Schulkinder mussten bereits eine Klasse wiederholen. Auch in den Schulferien gilt es daher, auf spielerische Weise schulische Kompetenzen weiter auszubauen und Rückstände aufzuholen.


Jeden Samstag gestalten die Älteren für die Jüngeren den Tag und vermitteln den Kindern ebenfalls wichtige Kompetenzen.


Die jüngsten Kinder im Village und in der Zeit zwischen 8 und 15 Uhr meine “kleine Projektgruppe” (v.l.): Kwazi , Zinhle, Vero, Lee, Nqobile, und Sipho.

 

Manchmal verwandeln sie sich in gefährliche Löwen! :-)

 

Das Gelände rund um das Village lädt zum Bergwandern mit Picknick ein. Eine schöne Abwechslung für Groß und Klein.

 

Besonders beliebt bei den Kindern: Das Trampolin! Außerdem ein wunderbares Instrument, um Muskulatur und Balancegefühl der Kleinen zu trainieren. Eigenschaften, die bei Ankunft im Village häufig noch unterentwickelt sind, weil man ihnen das Laufen zu spät oder überhaupt noch nicht beigebracht hat.

 

Dank des neuen Busses, der erst kürzlich durch eine großzügige Spende eines Topkunden der Lufthansa und der HelpAlliance angeschafft werden konnte, können die Kinder nun relativ einfach zur Schule gebracht, Lebensmittel eingekauft und andere Fahrten mit den Kindern erledigt werden.

 

Was dem Deutschen sein Grillen, dem Amerikaner sein Barbecue oder dem Brasilianer sein Churrasco, ist dem Südafrikaner sein Braai. Auch im Village of Joy versucht man bisweilen, dieses Highlight als Bestandteil einer ganz normalen Kindheit zu zelebrieren, so dass nicht immer nur die Klassenkameraden davon erzählen. Wenn sich das noch mit dem eigenen Geburtstag sowie einer extra Portion Eis (siehe nächstes Foto) zelebrieren lässt, ist der Tag natürlich perfekt ;-)

Diese Momente durfte ich im September und Oktober 2011 dokumentieren. Sie sind eine Bestandsaufnahme von glücklichen Kindern, die dem Armutskreislauf vor Kurzem entkommen sind.

Vorerst.

Eine (verspätete) glückliche Kindheit reicht bei Weitem nicht. In südafrikanischen Townships herrscht Perspektivlosigkeit. Kriminalität, Brutalität, Alkoholismus und Drogenmissbrauch sind allgegenwärtig und hängen weiterhin wie ein Damoklesschwert über der Zukunft dieser Kinder. Damit wir ihnen eine Perspektive geben können, ist das Village of Joy auf Spenden angewiesen. Um Essen zu kaufen, den Schulbesuch zu finanzieren oder Arztrechnungen zu begleichen. Wollen Sie dazu beitragen, dass diese Kinder nie mehr in Wellblechhütten hausen müssen? Wollen Sie dazu beitragen, dass diese Kinder weiterhin eine glückliche Kindheit verleben können und sie eines Tages mit ausreichender Bildung ihr eigenes Leben gestalten können? Helfen Sie durch Ihre Spende mit, dass die Arbeit im Village of Joy weiterhin Früchte trägt. Spenden Sie an die HelpAlliance mit dem Kennwort “Village of Joy”. Das Geld wird zu hundert Prozent zur Unterstützung des Kinderheims eingesetzt. Vielen Dank.

 

Weitere Informationen über das Village of Joy auf der Seite der HelpAlliance oder des südafrikanischen Trägervereins „Changing Lives Ministries“.