20. Februar 2012 |

Ehemalige

Ein erfolgreicher Weg…

Mein Name ist Blanca Chino Garcia.

Ich habe die Armut aus der Nähe kennengelernt, Vieles mussten wir entbehren. Meine Mutter arbeitet als Putzfrau, sie wäscht und bügelt für andere Leute.

Mein Vater verkauft Schreibwaren auf der Straße. Ich habe noch zwei Schwestern und einen Bruder. Irgendwann erlitten wir alle, jeder auf seine Weise,  den Schmerz  der Trennung unserer Eltern.

Wir vier Kinder blieben bei unserer Mutter und hatten ab und zu Kontakt mit unserem Vater, aber das ist eben nicht das Gleiche, als wenn man zusammen lebt.

Damit wir essen konnten, arbeitete unsere Mutter von früh morgens bis spät abends. Wir sahen sie kaum.

Als ich 10 Jahre alt war, schickte uns eine Nachbarin zum’Centro educativo Leonardo Muraldino’, das von christlichen Schwestern geleitet wurde.

Ich konnte morgens in die Schule gehen und nachmittags ins Centro educativo. Dort machten wir Hausaufgaben, bastelten und machten Handarbeiten; besonders  gefiel es mir, die regionalen Tänze von hier zu lernen. Weil uns das so gut gelungen ist, hatten wir auch sehr viele Vorführungen in der Öffentlichkeit mit der Tanzgruppe.

Im Centro Educativo lernte ich  Gitarre zu spielen und zu musizieren. Wir bekamen leckeres Essen am Ende des Nachmittags. Die Feste und Feierlichkeiten, die Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten ebenso wie die Spaziergänge in den Parks waren für uns die allerschönsten Momente.

Sehr wertvoll  war für uns  das Hinführen zu Wertigkeiten und Ethik. Die Erzieher  motivierten uns zu lernen, eine berufliche Karriere anzustreben und unseren Beitrag zu leisten, sei es hier in Mexico oder auch außerhalb.

Momentan befinde  ich mich in den Abschlussarbeiten meines Pädagogikstudiums. Mir fehlt eigentlich nur noch, das Praktikum im sozialen Dienst zu beenden. Danach habe ich den offiziellen Titel einer Pädagogin.

Meine Schwester ist im zweiten Jahr auf der Universität um Erziehungswissenschaften zu studieren. Die andere Schwester arbeitet momentan um die Wartezeit zu überbrücken, bis sie an der Uni angenommen wird und mein kleiner Bruder macht gerade Mittlere Reife.

Ich selbst habe einen Arbeitsvertrag als Erziehungsberaterin im Centro educativo. Dabei lerne ich unglaublich viel.

Jetzt wünsche ich mir nur noch, dass anderen armen Kindern die gleichen Möglichkeiten und Unterstützungen geboten werden können und sie genauso viel Glück haben wie ich.

Ich arbeite mit den 5jährigen Kindern im Centro und bin glücklich.

Blanca mit einigen "ihrer" Kinder der KiTa