1. April 2012 |

Prana im April

 

Selbstvertrauen als Grundstein für Freiheit

von Hilde Link

 

 

 

 

In seiner Antrittsrede kam der neue Bundespräsident Joachim Gauck auf Mahatma Gandhi zu sprechen. Es geht um Selbstvertrauen als Grundlage für Freiheit.

Gandhi bezog sich auf die Unterdrückten, auf die Dalit und auf jeden Menschen, dessen Freiheit eingeschränkt wird durch politische oder soziale Systeme. Auf Menschen, die erst gar nicht auf die Idee kommen, sie könnten sich wehren, sie könnten von sich aus die Initiative ergreifen, um sich selbst aus ihrer Misere zu befreien. Die Ursache für diesen mangelnden Impuls, sich auf die Beine zu stellen und Rechte einzufordern, sieht Gandhi  darin, dass eine Gesellschaft ganz gezielt über Regierungsprogramme – sei es durch Einschüchterung oder durch entsprechende ‚Bildungsmaßnahmen‘ – dafür sorgt, dass Millionen von Menschen da bleiben, wo sie sind: ganz unten.

Aber was ist denn das große Hindernis, dass diese Millionen sich fügen, sich ausnutzen und hernehmen lassen für Dienstleistungen aller Art, dass sich diese Massen sich nicht aufmachen in die Freiheit?  Es ist das Selbstvertrauen, das, sobald es aufkeimt, sofort niedergetrampelt wird.

 

Für das Prana-Projekt sind Gedanken von Mahatma Gandhi eine Richtschnur des Handelns. Das ist der Grund, warum wir in unserem Projekt nicht nur kasten– und religionsübergreifende Schulprogramme haben, sondern auch ganz gezielt Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein fördern. Allein schon die Tatsache, dass unsere Schulkinder vor westlichen Besuchern singen und tanzen und Sketche aufführen, stellt immense Anforderungen an ein Kind, das von zu Hause aus gewöhnt ist, still zu halten. Das erfordert Selbstvertrauen, und das ist der Weg in die Freiheit.