7. Mai 2012 |

Prana im Mai

 

Die Tafel

So reich gedeckt war die Tafel für die Schulkinder nicht immer. Es gab auch Krisenzeiten, wo sich die Schulspeisung  hauptsächlich aus Reis zusammensetzte. Aber Not macht bekanntlich erfinderisch, und so kamen wir auf die Idee, einen Schulgarten anzulegen. Dort lernen die Kinder, wie man mit einfachen Mitteln und biologischen ‚Pestiziden‘, die z.B. aus Knoblauch und Ingwer bestehen, verschiedene Gemüsearten auch auf wenig Platz  anbauen kann. Platz ist nicht nur in, sondern auch vor oder neben der kleinsten Hütte.  Die Kinder sind sehr stolz darauf, dass sie ihren Müttern den biologischen Gemüsebau beibringen können, den sie bei uns in der Schule lernen.

Extra aus Chennai haben wir einen Gartenbau-Ingenieur  kommen lassen, der geradezu berühmt geworden ist, weil er es schaffte, auf sandigem Boden Gemüse anzubauen. Ich hatte von ihm in der Zeitung gelesen und ihn kontaktiert. Als er sah, dass es sich um ein Hilfsprojekt handelte, wollte er nicht einmal das Geld für die Fahrtkosten annehmen.  Nach vielen vorangegangenen  Pleiten, die uns schon gänzlich entmutigt hatten, dann endlich der Erfolg! Unser Schulgärtner hat alles vom Gartenbau-Ingenieur gelernt, die Kinder lernen vom Schulgärtner und die Mütter im Dorf von den Kindern – oder die Mütter kommen zu uns und lassen sich Tipps und Saatgut geben.

Letzte Woche kamen zwei Ochsenkarren mit Kompost und man möchte es nicht glauben: schon nach kürzester Zeit sprossen verschiedene Arten von Spinat und die Bohnen. Der Mais ist allerdings noch nie etwas geworden. Bio-Kompost hin oder her.

Hilde Link, Prana