11. September 2012 |

We help children! – Mein Freiwilligendienst in Thailand

HUMAN HELP NETWORK Foundation Thailand – We help children in need!

Mein Reisefieber wurde schon in frühen Jahren geweckt, vor allem auch durch meinen Vater, der seit vielen Jahren ein Lufthanseat ist. Der Wunsch, nach meinem Abitur, ein Freiwilliges Soziales Projekt zu machen verschlug mich dann am 31.07.2012 nach Pattaya, einer vom Tourismus stark geprägten Großstadt im Osten Thailands. Hier setzt sich die Organisation Human Help Network (HHN) mit Hilfe von vielen Sponsoren, wie beispielsweise der Help Alliance der Lufthansa, gegen Kinderarbeit und Kindesmissbrauch ein.

Das Waisenhaus – Pattaya Orphanage

Das Waisenhaus befindet sich auf einem weiträumigen Gelände direkt an der Hauptstraße von Pattaya. Hier befindet sich auch das Büro von HHN Foundation Thailand und die School for the Deaf (Gehörlosenschule), ein weiteres Projekt, das von HHN unterstützt wird. Im Waisenhaus nahm ich  also am 01.08.2012 meine Arbeit auf. Eigentlich hatte ich mich darauf eingestellt Kinder im Waisenhaus in Englisch zu unterrichten, tatsächlich stand aber zunächst einmal Deutsch auf dem Stundenplan. Ein Preschool-Mädchen, namens Earn, sollte 4 Wochen später zusammen mit ihrer kleineren Schwester Ai von einem deutschen Paar adoptiert werden. Earn, 4 Jahre alt, sollte ich nun also die nächsten Wochen, jeden Tag eine Stunde lang, in Deutsch unterrichten. Am Anfang war das gar nicht so einfach. Ich sprach kein Thai und sie kein Deutsch. Zum Glück haben Kinder noch die Gabe nonverbal ihre Gefühle auszudrücken und so wurde mir schnell klar, wie ich meinen Unterricht zu gestalten hatte. Die Kinder hier sind sehr bewegungsfreudig und so bot sich ein Spiel am Anfang des Unterrichts eigentlich immer gut an, anschließend folgte ein konzentrierter Arbeitsabschnitt, um zum Schluss mit einem Lied den Schultag zu beenden.

Ich muss ehrlich zugeben, am Tag von Earns Adoption stand ich mit einem  lachenden und einem weinenden Auge da. Auch wenn ich mich freute, dass sie nun endlich Eltern gefunden hatte, die sich gut um sie kümmern würden, war sie mir doch während dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen.

 

CPDC – ein Projekt von Human Help Network

Das Child Protection and Development Center ist ein Heim für Straßenkinder, der zahlreichen Slums in und um Pattaya. Die Kinder stammen oft aus zerrütteten Familien oder wurden Opfer von Gewalt und Missbrauch. Im Kinderschutzzentrum CPDC wird ca. 60 Kindern nicht nur eine dauerhafte Unterkunft gestellt, ihnen wird auch die Möglichkeit gegeben, zur Schule zu gehen. Meine erste Begegnung mit dem CPDC war außergewöhnlich. Ich hatte mich auf alles vorbereitet, nur nicht auf einen so fröhlichen und herzlichen Empfang. Die Kinder rannten auf mich zu, umarmten mich, versuchten mit mir zu reden, und obwohl ich zu dieser Zeit noch kein einziges Wort Thai gesprochen habe, hatten wir gleich einen Draht zueinander.

Man kann und möchte sich oft nicht ausmalen, was viele der Kinder vor ihrer Zeit im CPDC erlebt haben, vom Missbrauch als Drogenhändler bis  zur Misshandlung von eigenen Familienangehörigen. Trotzdem haben Kinder die wundervolle Eigenschaft, trotz schlechter Erfahrungen, Erlebtes zu verarbeiten und sich auf Neues einzulassen. Sie haben gelernt, wieder zu vertrauen und ein neues Leben in einer sicheren und kindgerechten Umgebung zu führen. Ein großer Schritt für jedes einzelne Kind.

Im CPDC bekommen die Kinder aber nicht nur eine Unterkunft und Verpflegung, sie werden auch auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. Die eigene Wäsche zu waschen und kleinere Aufgaben rund um die Einrichtung zu übernehmen, gehören zum Leben im CPDC dazu.

Ich muss gestehen, ich war von der Disziplin, die die Kinder zeigen sehr überrascht. Nach der Schule wird ein kleiner Snack genommen, danach werden die Hausaufgaben erledigt. Im Anschluss daran wird die anfallende Wäsche des Tages mit der Hand gewaschen.  Abends steht dann der Spaß im Vordergrund, wobei man sich vorstellen kann, dass bei 60 spielenden Kinder einiges los ist.

Kurz und knapp: Das CPDC ist ein sicheres Zuhause , fernab der Straße und gibt Kindern, die in ihrem jungen Leben schon sehr viel durchmachen mussten, die Chance auf eine bessere Zukunft. Ich bin froh, dass ich selbst einen kleinen Teil zu dem Projekt beitragen kann!