17. April 2013 | ,

Prana im April

 

von Hilde Link

“Schau, ich weine, weil ich so glücklich bin!”,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

sagte Abinaya und wischte sich die Tränen aus den Augen. Gerade war sie Karussell gefahren.

Wir haben mit allen Prana-Kindern einen Ausflug gemacht, einen, von dem die Kinder immer nur geträumt hatten. Zwei Münchener Familien hatten unter ihren Freunden Geld gesammelt um den Kindern etwas zu schenken, was diese ein Leben lang als einen Erinnerungs- Schatz in ihrem Herzen bewahren werden.

In der Nähe von Pondycherry hat eine neuer Vergnügungspark eroeffnet. Um den Eintrittspreis bezahlen zu können, müsste Abinyayas Vater eine Woche lang jeden Tag und auch nachts hinaus fahren auf das Meer um Fische zu fangen. Diesen Kampf nimmt er auf sich, damit seine Familie überleben kann. Für alles andere hat er kein Geld.

Man muss sich das so vorstellen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle fast hundert Kinder springen mitsamt ihren Schul-Uniformen in ein Becken mit knietiefem Wasser und plantschen in der einer Erbsensuppe nicht unähnlichen Brühe herum. Auch die Lehrerinnen in ihren Saris und die Lehrer in langen Hosen tun dergleichen, schließlich muss man auf die Kinder aufpassen. Ein künstlicher Wasserfall und eine Wasserrutsche sorgen für Jubel und lärmende Heiterkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann wird die „Badekleidung“ ausgezogen und jeder zieht trockene Kleider an. Alles perfekt organisiert: Die hungrigen Kinder bekommen abgepacktes Essen und Wasser.

Dann wird Karussell gefahren, Riesenrad, Achterbahn und Schiffschaukel. Auch hier die Lehrerinnen und Lehrer immer mit von der Partie. Pause mit Kartoffelchips, Süssigkeiten, Wasser.

Zwar bin ich weder plantschen gegangen, noch habe ich mich in ein Karussel gesetzt, aber gefreut habe ich mich mindestens genau so wie die Kinder.  Ständig kamen sie in Gruppen angelaufen und riefen: „I am so happy! I am so happy! I am so happy!“ „Me too! Me too!“ antwortete ich und um ein Haar hätte ich auch ein wenig geweint, weil ich so glücklich war.