8. Oktober 2013 | , ,

Prana im Oktober

 

EIN WEITERER   “GLÜCKSKINDER” – ERFOLG  

von Hilde Link

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im vergangenen Monat habe ich von Kalaimani, dem ehemals blinden Mädchen aus unserem ‚Glückskinder‘-Projekt berichtet. Unsere Lehrerinnen haben ihr Lesen und Schreiben beigebracht und sie hat den Hauptschulabschluss geschafft.

Diesen Monat kann ich Frohes von Indrani, Kalaimanis Schwester, berichten: Indrani war schon fast ein Straßenkind und hat in den ersten Klassen viel Unterricht versäumt. Sie ging oft nicht in die Schule, denn dort wurde sie von den anderen Schulkindern mit Steinen beworfen. Warum? Weil sie einen Bruder mit Behinderungen hat, und weil ihre Schwester Kalaimani damals noch blind war. Das ist in Indien Grund genug, eine Klassenkameradin zu stigmatisieren und mit ihr nichts zu tun haben zu wollen. Denn klar ist im Glauben der indischen Gesellschaft: Über der Familie liegt ein Fluch, sonst wären die Kinder ja ganz normal, und die Mutter wäre nicht vom Ehemann verstoßen worden. Eine Frau, die Kinder mit Behinderungen zur Welt bringt, hat in der Dorfgemeinschaft nichts zu suchen. Nicht dass der Fluch noch auf andere Frauen überspringt.

Als Indrani mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern ins Prana-Projekt kam, hatte sie begriffen, dass es einen Weg hinaus aus der Misere gibt. Und dieser Weg heißt Bildung. Indrani hat gelernt und gelernt, holte all den versäumten Stoff nach. Dieses Jahr konnte sie als ein überarbeitetes Nervenbündel zur Prüfung antreten (10th standard, das entspricht unserer Mittleren Reife). Dazu muss man sagen, dass Indrani nichts zufliegt. Alles muss sie sich sehr mühsam erarbeiten mit immensem Fleiß und großem Arbeitsaufwand.

Indrani hat es geschafft! Eine großartige Leistung!

Auch Leo, Indranis Bruder, freut sich.

Indrani, wir sind stolz auf Dich!