4. März 2015 | , ,

Prana im März

 

 

ENDSTATION  SELBSTMORD 

von Hilde Link

1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor ein paar Wochen kam eine Mutter mit ihren zwei Töchtern zu unserer Schuldirektorin und bat darum, dass wir ihre zwei Kinder aufnehmen. Das machen wir mitten unter dem Schuljahr nicht. Ausserdem  werden die Kinder von unserer Schuldirektorin ausgewählt, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden. Diese Mutter jedoch fing an, um die Aufnahme ihrer Kinder auf eine Weise zu  flehen, dass wir darin eine grosse Not erkannten. Wir stimmten zu. Die Mutter weinte vor Erleichterung. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass sie, als sie die Kinder abgegeben hatte, sich in ihrer Hütte erhängt hat. Was genau vorgefallen ist, warum die Frau sich zu dieser Verzweiflungstat hat hinreissen lassen, haben wir nicht erfahren. Die Kinder sind jetzt Vollwaisen. Der Vater ist schon vor Jahren gestorben. Verwandte kümmern sich jetzt. Und Prana. Wir sorgen mit Hilfe von Pateneltern dafür, dass die Mädchen eine gute Ausbildung bekommen, Essen , Kleidung, und dass sie in unserer Schule so etwas wie Geborgenheit erfahren.

Wer denkt, der Selbstmord dieser Frau ist eine einzigartige Tragödie, der irrt. Allein in dem Slum vor unserer Schule haben sich in den letzten Jahren mehr als 20 Frauen das Leben genommen.  Zeitungen berichten schon gar nicht mehr, nur wenn der Selbstmord oder auch der Mord an einer Frau besonders  grausam war. Es gibt praktisch keine Hilfe für Frauen oder Kinder in Not.

Wir haben uns entschlossen, diesem Problem entgegen zu treten. Ein kleiner Anfang ist schon gemacht.