8. Februar 2016 | , ,

Prana im Februar

Weihnachtsaktion Regenschirme

von Hilde Link

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Die Aufgabe eines Regenschirmes ist es, exakt genau dann, wenn man ihn braucht, nicht da zu sein. Er ist in der S-Bahn vergessen, hängt im letzten Lokal, wo dann während des Essens der Regen aufgehört hatte, oder er liegt im Auto, zu dem man nicht kommt, ohne erst einmal patschnass zu werden.

Der Kauf von Regenschirmen für unsere Prana-Kinder klingt also auf den ersten Blick nicht zielführend. Als Ethnologin muss man jedoch stets das kulturelle Umfeld im Blick haben und auf dieses Rücksicht nehmen: Fahren unsere Prana-Kinder S-Bahn? – Nein. Gehen sie ins Lokal zum Essen? – Wieder nein. Oder haben sie gar ein Auto? – Erst recht nein. Also kann man sich überlegen, welchen Nutzen ein Kind in Indien von einem Regenschirm hat. Nämlich den, dass es auf seinem Schulweg während der Regenzeit, in der es nicht regnet sondern duscht, nicht nass wird. Immer wieder konnten unsere Lehrerinnen und Lehrer in der letzten Regenzeit keinen sinnvollen Unterricht halten. Erstens, weil die Hälfte der Kinder wegen Erkältungskrankheiten fehlte,  und zweitens weil diejenigen, die da waren, ermattet nach heftigen Niesanfällen auf ihren Matten lagen, anstatt sitzend Fragen zu beantworten.

Aus diesem Grund haben die Kinder zum vergangenen Weihnachten Regenschirme bekommen.2