15. März 2016 |

Ein Haus in Panama

von Katja Müller

Panama, dieses kleine Land in Mittelamerika kannte ich wie die meisten Deutschen vor allem Dank der kleinen Tigerente von Janosch. „Oh wie schön ist Panama“ – auch wenn die Tigerente nie angekommen ist, recht hat sie gehabt. Es gibt viel zu entdecken und sehen in Panama, so zum Beispiel den berühmten Panamakanal. Dabei ist Panama mit rund 4 Mio Einwohner gerade einmal so groß wie Bayern.

Was mich aber eigentlich fasziniert und überwältigt hat, war das Projekt der help alliance, welches ich koordinieren durfte. Zusammen mit rund 50 Lufthanseaten bauten wir an zwei Tagen ein ganzes Haus für eine bedürftige Familie! Möglich wurde das Projekt durch die Kooperation mit der Organisation „Youth with a mission“, die mit ihrem Programm „Homes of Hope“ in den letzten 25 Jahren über 5000 Häuser vor allem in lateinamerikanischen Ländern gebaut haben. Im Rahmen des Erstanflugs und der Leadershipkonferenz trafen sich für mehrere Tage Führungskräfte aus der ganzen Region. An zwei Tagen hatten die Lufthanseaten die Möglichkeit das Projekt der help alliance tatkräftig zu unterstützen. Nach monatelanger Vorbereitung war ich sehr gespannt, als uns der Bus am ersten Tag rund 1 Stunde außerhalb der Hauptstadt in eine ländliche, sehr einfache Gegend brachte. Wie würde alles laufen? Wie kommt das Projekt bei den Mitarbeitern an? Da ich bereits vor zwei Jahren in Mexiko die Arbeit von Homes of Hope kennenlernen durfte, war ich von dem Projekt überzeugt.

Die Familie mit ihren fünf Kindern erwartete uns schon. Nach einer kurzen Vorstellung und Einführung wurden wir in verschiedene Arbeitsteams eingeteilt. Los ging es mit Streichen, Hämmern, Sägen und Zuschneiden. Es war einfach toll zu sehen wie jeder seinen Platz gefunden hatte und sich einbrachte! Ein fröhliches Gewusel unter der Anleitung der Crew von Homes of Hope. Neben allen handwerklichen Tätigkeiten ging es aber auch um die social skills – Spielen mit den Kindern, ein wenig Kennenlernen der Familie und Nachbarn – immer wieder erstaunlich, wie schnell wir auch ohne gemeinsame Sprache uns verständigen können. In der Mittagspause versorgte uns die LSG mit Essen und Getränken. Überhaupt war es wichtig bei 33 Grad genügend zu trinken und ausreichend für Sonnenschutz zu sorgen. Als am Nachmittag der erste Arbeitstag auf der Baustelle zu Ende ging, blickte man in lauter glückliche, wenn auch erschöpfte Gesichter. Auch die nicht mehr wirklich weißen help alliance T-Shirts zeugten von großem Arbeitseinsatz.

In der Regel baut ein Team an zwei Tagen das komplette Haus. Aufgrund der besonderen Konstellation durch die Konferenz bestand die Herausforderung mit einem fast komplett neuem Team am zweiten Tag den Bau fortzusetzen. Sean und Richard, die Leiter von Homes of Hope, machten einen großartigen Job und stimmten wie tags zuvor das Team bereits während der Busfahrt auf die kommenden Ereignisse ein. So war es wichtig die Hintergründe und welche weitreichenden positiven Auswirkungen ein solcher Hausbau auf die Familie und Umgebung hat, zu verstehen. Es standen bereits die Außenwände, jetzt galt es dem Haus sein Dach zu verpassen und den Innenausbau weiter voran zu treiben. Es war einfach toll zu sehen, wie auch am zweiten Tag sich nahtlos die “Neuen” in das Projekt einbrachten und ebenso begeistert bei der Sache waren. Leider mussten einige Lufthanseaten bereits um 14 Uhr die Baustelle verlassen, um ihren Flieger am Abend zu bekommen. Die anderen wurden Zeuge der Schlüsselübergabe am Nachmittag, dem feierlichen Höhepunkt und eigentlichen Abschluss der Bautätigkeiten. Allerdings war das Haus zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz fertiggestellt, was alle Beteiligten aber nicht daran hinderte, diesen besonderen Moment mit der Familie zu teilen und ihre unbeschreibliche Freude und Dankbarkeit zu erleben, die nur schwer in Worte zu fassen waren. Anschließend ging es zurück ins Hotel und alle waren sich einig, dass die Kooperation zwischen help alliance und Homes of Hope eine Fortsetzung finden sollte, um noch vielen weiteren bedürftigen Familien und Lufthanseaten dieses einmalige Erlebnis zu ermöglichen. Der Hausbau wurde übrigens natürlich noch von den Mitarbeitern von Homes of Hope und den Familienangehörigen am nächsten Tag abgeschlossen.