19. September 2016 | , , ,

Prana im September

Eine Montessori-Lehrerin im Prana-Projekt

von Hilde Link

Prana-Project-4101

In unserer Prana-Schule werden Kinder nicht geschlagen. Das wäre ja auch noch schöner, werden Sie wohl sagen. Glauben Sie mir, das ist in Indien die große Ausnahme. Eine meiner Töchter ging in eine französische Schule in Pondicherry. Als wir uns beschwerten, dass Kinder in der Klasse geschlagen werden, stritt die indische Lehrerin alles ab. Wieso? Sie benütze doch keinen Stock, und Kinder mit der Hand züchtigen, das könne man doch beim besten Willen nicht Schlagen nennen. In indischen Schulen ist es völlig selbstverständlich, dass ein sogenannter Lehrerhelfer mit dem Stock durch die Klasse geht und zuschlägt, sobald ein Kind stört. Der Lehrer kann dann konzentriert seinen Unterricht abhalten: Er sagt etwas vor, die Klasse schreit im Chor nach.

So ist es geradezu eine Sensation, dass der indische Staat nun Ausbildungen für Montessori – Lehrerinnen und Lehrer anbietet. Das Kind als Individuum wahrnehmen, das frei lernen soll ohne Belohnungen und Strafen. Der Lehrer als Verbündeter, als Begleiter – diese Pädagogik fördert Selbständigkeit und Selbstvertrauen.

Eine unserer Lehrerinnen hat vor Kurzem ihre Ausbildung als Montessori-Lehrerin  abgeschlossen und bringt in unsere ohnehin schon unkonventionelle Schule, in der die Kinder immer schon mit „Kopf, Herz und Hand“ gelernt haben, frischen Wind.

Das ist unser größter Wunsch:  Dass unsere Kinder einmal verantwortungsvolle Erwachsene werden, die sich für Gerechtigkeit und die Anliegen dieser Welt einsetzen. Die Montessori-Pädagogik ist sicherlich ein Weg, der zu diesem Ziel führt.