28. Mai 2018 |

Prana im März

Nähen verbindet

von Hilde Link

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Praktische Dinge dürfen ruhig auch mal schön sein. So wie die zwei neu angeschafften Singer-Nähmaschinen, die es in Deutschland schon in den fünfziger Jahren gab. Dreizehn Jahre lang haben unsere Schneiderinnen ohne eine einzige Reparatur auf den 2005 angeschafften und jetzt kaputten Singer Nähmaschinen jeden Tag genäht. Jetzt mußten sie durch neue ersetzt werden, die wieder genauso schön gestaltet sind wie die alten. Die Frauen nähten Kleidchen für ihre Kinder, Sari-Blusen, Schuluniformen, Festtagskleidchen mit viel Tüll und Rüschen. Richtige Kleinunternehmerinnen sind sie geworden, die Frauen aus dem Slum und die Frauen aus der Fischersiedlung.

Eigentlich ist das Nähen Nebensache, obwohl die Frauen die fertigen Produkte selbst-ständig verkaufen. Die Stoffe bringen sie mit, und unsere Schneidermeisterin gibt Hilfestellung. Wesentlich ist, dass sich so ganz nebenher eine Selbsthilfegruppe gebildet hat, in der Frauen sich in einem geschützten Rahmen austauschen können, egal welcher Kaste oder welcher Religionsgemeinschaft  sie angehören. Thema Nummer eins: Ihre alkoholkranken Männer. Von denen machen sie sich unabhängig. Und wenn es nur für die Zeit des gemeinsamen Nähens im Prana-Projekt ist.