Prana im November

Palmen, Strand, Sand und Meer – die Idylle am Golf von Bengalen

von Hilde Link 

In unserer Schule haben wir natürlich Lehrer angestellt. Im Sanskrit, und auch in  der Tamil-Sprache, wird unterschieden, um welche Art von Lehrer es sich handelt. Da gibt es den Achariya, das ist jemand, der Wissen vermittelt. Und dann gibt es den Guru, das ist ein Lehrender, der überdies eine Haltung vermittelt. In unserer Prana-Schule gibt es neun Achariya und einen Guru. Der Guru ist unser Yoga-Lehrer, der auch das Wissen der traditionellen Siddha-Medizin beherrscht. Er hat es von seinem Vater, und der wiederum von seinen Ahnen gelernt. Aber ein Guru wäre kein Guru, wenn er sich nicht auch den modernen Herausforderungen stellen würde. Unser Yoga-Lehrer ist zuständig für alles, was rein ist, was rein bleiben und was rein werden soll. So sieht er sich auch zuständig  für den verdreckten Strand. Im letzten Beitrag habe ich von den Verheerungen des Klimawandels berichtet. Nicht nur reißen die Wellen ganze Häuserteile weg, sondern sie unterspülen auch die Palmen, die sich inzwischen mit ihren Wurzeln nicht mehr halten können und die man bei Ebbe umgekippt am Strand liegen sieht. Das macht die Natur. Der Mensch schmeißt seinen Abfall an den Strand. Natürlich nicht die Fischer, sondern meist Leute aus Pondicherry oder anderen Städten,  die zum Strand kommen, um sich die Auswirkungen der Klima-Katastrophe anzusehen. Eine Art Sensationstourismus hat sich entwickelt. Bei der Gelegenheit kann man gleich den mitgebrachten Abfall aus dem Auto entsorgen und die leer gefutterten Chips-Tüten liegen lassen. 

Unser Yoga-Guru geht nun regelmäßig klassenweise mit unseren Prana-Kindern zusammen mit den Achariya-Lehrerinnen und Lehrern an den Strand. Alles Plastik wird zusammen gesammelt, mit in die Schule genommen und dort ordentlich in die dafür vorgesehene Tonne geworfen. Auf dem Foto sehen Sie ein Gaff-Objekt.