Prana im Juni

Prana trotz(t) Corona

 von Hilde Link

Die Projekte des Prana-Vereins, also auch die Förderschule, sind auf Anordnung der indischen Regierung geschlossen. Das Gelände, auf dem die Aktivitäten stattfinden, liegen im Staate Tamilnadu. Hier sind die Restriktionen besonders streng. Wir haben eine Art Siegel am Eingangstor kleben: wer ein Projekt dennoch durchführt, der wird bestraft. 

Das klingt zunächst entmutigend. Allerdings haben wir das große Glück, dass wir eine Kooperation mit einem indischen gemeinnützigen Verein etabliert haben, der im Nachbarstaat Puducherry arbeitet. Dieses eigene Land hat auch eigene Bestimmungen, die wesentlich lockerer sind als diejenigen in Tamilnadu. So kann zum Beispiel das Projekt für Schneiderinnen bei unserem Kooperationspartner mit Auflagen (Abstandsregeln, Atemmasken etc.) weiterhin stattfinden. Die allerdringlichste Sofortmaßnahme sind Atemmasken, die sich die arme Bevölkerung nicht kaufen kann, selbst wenn es welche gäbe. Und so nähen die Frauen jetzt, statt Sariblusen und Kinderkleidchen, Atemmasken über Atemmasken, die sie an Arme verschenken. Verbunden mit dem Verteilen der Masken ist auch ein Aufklärungsprogramm bezüglich Hygienemaßnahmen. Vor allem wird Wert auf gründliches, wirklich gründliches, Händewaschen gelegt. Wasser ist genügend vorhanden. Wer sich keine Seife leisten kann, der bekommt eine zusammen mit der Maske. Prana trotz(t) Corona!