Prana im Juli

Corona Hilfen

von Hilde Link 

Auch unser indischer Partnerverein Aram verteilt Lebensmittel an Bedürftige, die durch Corona in existenzielle Not geraten sind. 

In erster Linie sind das Witwen, die von der Familie des Mannes ausgestoßen wurden und um die sich in der Regel auch die eigene Familie nicht kümmert. Traditionell wurden Witwen in früheren Zeiten zusammen mit ihrem Ehemann verbrannt. Dieses Ritual hat den Hintergrund, dass die Ehefrau für ihren Mann verantwortlich ist. Es ist ihre Aufgabe, seinen Tod durch entsprechende Fürsorge zu verhindern. Stirbt der Mann dennoch, so wird dies als die Schuld der Frau gesehen, denn sie hat nicht ausreichend Sorge für seine Gesundheit getragen. 

Heute wird eine Witwe auf den Dörfern nach dem Tod ihres Mannes zwar nicht mehr umgebracht, aber sie wird gemieden. Gesellschaftlich ist sie erledigt. Sie muss einen weißen Sari tragen, damit sie als Witwe kenntlich ist, denn sie bringt Unglück für jeden, mit dem sie spricht oder dem sie begegnet. Wenn sie Glück hat, stellt ihr jemand Essen vor die Hütte. 

So haben wir bei der Corona-Hilfe allein sechs Witwen berücksichtigt und natürlich andere Arme, vor allem Familien mit Kindern, wenn der Vater aufgrund der Coronakrise nicht mehr arbeiten kann. Jedes Hilfspaket enthält Reis, Zwiebeln, Kartoffeln, Tomaten, Karotten, Auberginen, Chili, Linsen, Zucker, Mehl, Öl. Daraus lassen sich mehrere nahrhafte Mahlzeiten zusammenstellen.  Diese Aktion ist nicht einmalig. Wir hoffen aber, dass wir sie nicht noch lange wiederholen müssen.